Betrunken auf der B12 unterwegs

Am Freitag überholte gegen 19.50 Uhr ein 22-jähriger Haager mit seinem BMW auf der B12 zwischen Haag und Winden einen Kia, als ihm zur selben Zeit ein 35-jähriger Rechtmehringer mit seinem Ford entgegenkam. Es gelang dem 22-Jährigem zwar noch, nach dem Überholvorgang wieder nach rechts einzuscheren und so einen größeren Zusammenstoß mit dem Ford zu verhindern, jedoch schrammte er noch mit dem Außenspiegel seines Wagens an der linken Fahrzeugseite des Ford entlang.

Der vordere linke Kotflügel und die Fahrertür des Ford weisen zumindest eine Schramme auf. Verletzt wurde dabei niemand. Der Haager blieb nicht sofort stehen, sondern konnte erst in einiger Entfernung angehalten werden. Am BMW entstand ein Sachschaden von 200 Euro, am Ford in Höhe von zirka 2500 Euro.

Da bei dem 22-jährigen Haager Alkoholgeruch festgestellt wurde und ein freiwillig durchgeführter Alkotest positiv verlief, wurde der Führerschein sichergestellt und eine Blutentnahme im Krankenhaus Haag durchgeführt.

Zeugen, die den Unfall beobachtet haben und zum genaueren Unfallhergang Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Polizeistation Haag zu melden.




Von umstürzendem Baum schwer verletzt

Schwere Unfall bei Waldarbeiten: Ein 52-jähriger Mann aus der Gemeinde Maitenbeth wollte am Samstag Nachmittag eine morsche Birke umschneiden. Nachdem er Fallkerbe und Fällschnitt angebracht hatte, setzte er einen Keil und wollte den Baum in die vorgegebene Richtung fallen lassen. Der Baum war allerdings innen morsch und die Bruchleiste brach offensichtlich zu früh und falsch.

Der Baum fiel in die falsche Richtung und streifte dabei einige nahestehende Bäume. Die morsche Birke zerbrach dabei in mehrere Teile. Ein zirka sechs Meter langes Teil des Wipfels fiel auf den Waldarbeiter. Dieser wurde dabei verletzt und eingeklemmt.

Da der Vater des Verunglückten ebenfalls vor Ort war, konnte er sofort Hilfe holen. Der herbeigerufene Notarzt stellte mittlere Kopf- und möglicherweise auch eine Wirbelsäulenverletzung fest. Der Verletzte wurde deshalb zur näheren Abklärung  mit dem Hubschrauber in das Klinikum Traunstein gebracht, meldet die Haager Polizei.




Gute Fahrt, liebe Biker!

Schönes Wetter, wärmere Temperaturen: Viele Zweiradbesitzer holen ihre Maschinen aus dem Winterquartier und erste Spritztouren werden unternommen! Leider kam es gleich zu Beginn der noch so jungen Motorrad-Saison zu zwei tödlichen Verkehrsunfällen in der Region, schlägt die Polizei Alarm. Das heißt für alle Verkehrsteilnehmer, besonders achtsam und aufmerksam zu sein auf unseren Straßen. Denn die Bilanz des vergangenen Jahres ist eine traurige …

Im vergangenen Jahr verloren im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Rosenheim 21 (!) Motorradfahrer ihr Leben. Fünf Biker mehr als im Vorjahr! Zudem verstarben in der Saison 2018 auch im angrenzenden Tirol 15 Motorradfahrer, von denen elf aus Deutschland stammten. Nahezu 1000 Zweiradfahrer wurden bei Verkehrsunfällen im Präsidialbereich verletzt.

Die noch so junge Motorradsaison wurde am vergangenen Wochenende vom ersten tödlichen Unfall überschattet. Ein 36-jähriger Biker aus dem Chiemgau verlor am im Stadtgebiet Rosenheim bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw sein Leben (wir berichteten). Bei dem zweiten tödlichen Motorradunfall im Gemeindebereich Feichten an der Alz kam am gestrigen Donnerstag ein 18-jähriger Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Lkw ums Leben.

Die Unfallstatistik zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall als motorisierter Zweiradfahrer verletzt zu werden, fünf Mal höher ist als bei einem Pkw-Insassen. Fast alle Motorradunfälle haben einen Personenschaden zur Folge, wogegen etwa zwei Drittel aller Autofahrer bei Kollisionen unverletzt bleiben.

Die Polizeidienststellen werden an den relevanten Stellen, insbesondere im Bereich der bekannten „Rennstrecken“, verstärkte Geschwindigkeits-Überwachungen im Landkreis durchführen, heißt es. Hierbei werden die Dienststellen, wie auch in den Vorjahren, wieder tatkräftig von den Beamten der Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums unterstützt. Aber auch die Verkehrsteilnehmer auf vier Rädern, also Pkw-, Lkw- und Busfahrer, sind dringend gefordert. Sie sollten sich zum Saisonbeginn auf die veränderten Verhältnisse einstellen und immer mit den motorisierten Zweiradfahrern rechnen.

Präventionsveranstaltung „ride safe“

Zum offiziellen Start in die Motorradsaison 2019 findet am Sonntag, 5. Mai, zum zweiten Mal die Motorradpräventions-Veranstaltung „ride safe“ in Rosenheim statt. Neben Informationsständen rund um das Thema Motorrad und einem Motorradgottesdienst werden auch Sicherheitstrainings durchgeführt.

 




Unfall vor einem Jahr: Zeugen gesucht

Zeugen sucht die Polizei in Haag aktuell zu einem Unfall, der sich aber bereits vor etwa genau einem Jahr  – am 16. April 2018 gegen 11.40 Uhr – in der Rudolf-Diesel-Straße ereignet hat! Zur damaligen Unfallzeit beschädigte ein weißer Lkw-Kastenwagen zwei Gartenzäune und entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle.

Der Verursacher konnte damals von der Polizei ermittelt werden. Nun werden aber noch Zeugen gesucht, die den Verkehrsunfall beobachtet hatten. Insbesondere ist von Bedeutung, ob der Anstoß für den Lkw-Fahrer bemerkbar gewesen war oder eben nicht …

Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizeistation Haag unter der 08072/9182-0 in Verbindung zu setzen.




Betrug im Namen der Polizei

Sie scheinen seriös und hilfsbereit – Betrüger geben sich immer öfter als Polizeibeamte aus, um an Geld und Wertsachen zu kommen. Ihre Opfer sind zumeist ältere Mitmenschen, die von den Tätern so geschickt manipuliert werden, dass sie freiwillig hohe Geldbeträge oder Wertsachen übergeben. Denn die falschen Polizeibeamten geben vor, das Hab und Gut ihrer Opfer vor Einbrechern schützen zu wollen. Die Polizei stellt daher klar: „Wir fordern unter keinen Umständen dazu auf, Geld oder Wertsachen an Kolleginnen oder Kollegen zu übergeben!”

Die Opfer verlieren oft nicht nur ihre gesamten Ersparnisse, sondern sind auch zutiefst verunsichert.

Die Täter gehen äußerst geschickt vor: Meist rufen Sie ihre Opfer an und erzeugen Angst und Verunsicherung, indem sie vor fiktiven Einbrecherbanden warnen. Die Betrüger geben sich als hilfsbereite Polizeibeamte aus, die Geld und Wertsachen in Sicherheit bringen.

Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, stellt klar: „Die Polizei fordert Bürgerinnen und Bürger niemals dazu auf, Geld oder Wertsachen an Beamte zu übergeben. Nur Betrüger wollen an Ihre Wertgegenstände. Rufen Sie im Zweifelsfall immer bei Ihrer Polizeidienststelle vor Ort an und fragen Sie nach. Wählen Sie den Notruf 110 oder die Nummer der Dienststelle, die Sie selbst im Telefonbuch finden.“ Darüber hinaus sollten sich Betroffene, die bereits Geld an Unbekannte weitergegeben haben, sofort an die Polizei wenden und Anzeige erstatten.

Die drei wichtigsten Tipps gegen Betrug im Namen der Polizei:

–          Die Polizei wird Sie niemals um Geld oder Wertsachen bitten!

–          Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

–          Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und übergeben Sie grundsätzlich niemals Geld an fremde Personen und stellen Sie keine Wertgegenstände zur Abholung vor die Tür.

Mehr Verhaltensempfehlungen sowie ein Video, der das Vorgehen der Täter veranschaulicht, hat die Polizei auf ihrer Internetseite zusammengestellt unter:

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-im-namen-der-polizei/

PROFIL: PROGRAMM POLIZEILICHE KRIMINALPRÄVENTION

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren Verhinderung aufzuklären.

Dies geschieht unter anderem durch kriminalpräventive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Entwicklung und Herausgabe von Medien, Maßnahmen und Konzepten, welche die örtlichen Polizeidienststellen und andere Einrichtungen, zum Bei-spiel Schulen, in ihrer Präventionsarbeit unterstützen.




Junge Frau (19) schwer verletzt

Eine schwer verletzte 19-Jährige, zwei Leichtverletzte, drei beteiligte Fahrzeuge und ein Sachschaden in Höhe von 48.000 Euro – das ist die traurige Bilanz eines Unfalls, der sich am heutigen Mittwochfrüh auf der B12 bei Haag ereignet hat. Eine 19-Jährige Fiat-Fahrerin aus Ebersberg war – laut Polizei – trotz Wartepflicht mit ihrem Pkw vom Beschleunigungsstreifen aus unvermittelt in die B12 in Richtung München eingefahren …

Ein ebenfalls Richtung München fahrendes Paketdienstfahrzeug aus Waldkraiburg  – gesteuert von einem Bulgaren – fuhr deshalb auf den Pkw Fiat Punto der Ebersbergerin auf, wodurch dieser auf die Gegenfahrbahn geschoben wurde, wo ihm ein 18-Tonner Lkw entgegenkam.

Der aus dem Gemeindebereich Mainburg stammende Lkw-Fahrer konnte zum Glück noch reagieren und sein schweres Gefährt nach rechts in die angrenzende Wiese lenken, so dass es „nur noch“ zu einem jeweils linksseitigen (und nicht mittigen!) Frontalzusammenstoß der beiden Fahrzeug kam.

Nach diesem Zusammenstoß drehte sich der Fiat um 180 Grad, geriet durch die Wucht des Aufpralls wieder zurück auf die rechte Fahrbahnseite, wo er dann erneut frontal mit dem Ford Transit des Waldkraiburgers zusammenstieß.

Bei dem Unfall wurde die 19-Jährige schwer verletzt und wurde von einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Traunstein geflogen. Die Fahrer der anderen beiden beteiligten Fahrzeuge erlitten einen Schock und wurden vom BRK vor Ort ambulant versorgt.

Am Pkw Fiat entstand Sachschaden in Höhe von 3.000 €, am neuwertigen Ford Transit in Höhe von 30.000 € und am Lkw in Höhe von 15.000 €.

Die Unfallstelle an der B12 war für anderthalb Stunden total gesperrt, der Verkehr wurde in beiden Richtungen umgeleitet. An der Unfallstelle waren die Feuerwehren Haag, Kirchdorf und Ramsau mit 40 Einsatzkräften vor Ort.

 

 




Die Kriminalstatistik für 2018

Polizeipräsident Robert Kopp zeigte sich heute optimistisch: „Im Jahr 2018 konnten wir einen beachtlichen Rückgang von Straftaten feststellen. Gleichzeitig kann sich die hervorragende Aufklärungsquote mit 72,7 Prozent sehen lassen. Besonders freut mich, dass bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs die Erfolge aus den letzten Jahren nochmals deutlich gesteigert wurden – minus 35,1 Prozent weniger Einbrüche in den „eigenen vier Wänden“, bei noch höherer Aufklärungsquote, ist eine wirklich vorzeigbare Jahresbilanz.” Datengrundlage des Sicherheitsberichts 2019 heute ist …

in erster Linie die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). In der PKS werden deutschlandweit alle polizeilichen Straftaten nach dem Strafgesetzbuch und dem Nebenstrafrecht, ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte, erfasst.

Die wesentlichen Aussagen für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd werden am heutigen Nachmittag in dieser Pressemitteilung zusammenfassend dargestellt.

Der polizeilich zu betreuende Schutzbereichs des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd beinhaltet ein Fläche von 9.178 Quadratkilometer, 438 Kilometer Grenzverlauf zu Österreich und mit der Zugspitze den höchsten Punkt Deutschlands.  Dieser geografische Zuständigkeitsbereich wird durch die kreisfreie Stadt Rosenheim, sowie die neun Landkreise Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land,  Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Mühldorf am Inn, Rosenheim, Traunstein und Weilheim-Schongau gegliedert. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen Dienststellen ist hier für die Sicherheit von 1.276.863 Einwohnern (Stand: 31.12.2018) zuständig.

Wichtige Entwicklungen auf einen Blick:

  • 55.485 Straftaten wurden 2018 polizeilich registriert, dies sind 6.368 Straftaten (-10,3 %) weniger als im Vorjahr
  • Die Aufklärungsquote lag 2018 bei 72,7 % und damit über dem Bayerischen Durchschnitt von 66,7 %
  • Das vierte Jahr in Folge wurde im Bereich der Wohnungseinbrüche ein Rückgang (-35,1 %) verzeichnet
  • Positive Entwicklungen sind auch bei der Gewaltkriminalität (-1,4 %), der Straßenkriminalität (-5,7 %), sowie im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (-5,5 %) festzustellen
  • Diebstahlsdelikte (-7,1 %) sind erneut stark zurückgegangen und befinden sich damit auf dem niedrigsten Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd
  • Rauschgiftdelikte (+5,3 %) steigen weiter an
  • Anstieg der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (+8,8 %), wobei die Novellierung des Sexualstrafrechts hier zu berücksichtigen ist.

Polizeipräsident Robert Kopp: Die statistischen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik, mit weniger Straftaten als noch vor zehn Jahren, belegen den hohen und etablierten Sicherheitsstandard im südlichen Oberbayern.

Es scheint damit für ein größtmögliches Sicherheitsgefühl gesorgt zu sein – ganz so einfach ist es aber nicht. Auch wir als Polizei stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Dramatische Ereignisse in den letzten Jahren, allen voran die terroristischen Anschläge gegen unsere freiheitliche Gesellschaft, haben Veränderungen mit sich gebracht. Sie hinterlassen vor allem Ängste, wodurch vor allem die gefühlte Sicherheit leidet.

Der Ihnen vorliegende Sicherheitsbericht ermöglicht einen zahlenmäßigen und damit objektiven Blick auf die Sicherheitslage unseres Zuständigkeitsbereichs. Betrachtet man diese Daten, ist das südliche Oberbayern in den letzten zehn Jahren kriminalstatistisch und damit objektiv gesehen immer sicherer geworden. Im Ergebnis gehört unser Zuständigkeitsbereich zu den sichersten Regionen Deutschlands!

Für uns als Bürgerpolizei ist das Miteinander mit der Bevölkerung ein elementarer Baustein unserer Sicherheitsphilosophie. Mit der „Notrufoffensive 110“ wollen wir die Menschen gezielt ansprechen. Helfen Sie uns, damit wir Ihnen helfen können! Ihre Mitteilungen über verdächtige Wahrnehmungen tragen dazu bei unsere Region noch sicherer zu machen. Erfreulich ist es außerdem, dass sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in immer mehr Sicherheitswachten in unseren Städten engagieren.

Ohne Wenn und Aber: Die Menschen leben hier sehr sicher! Im Zusammenspiel mit den Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsdiensten sowie den Sicherheitsbehörden von Städten, Kommunen, den Landkreisen sowie der Regierung von Oberbayern werden wir, das sind beinahe 3.000 Beschäftigte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd,  auch künftig für höchstmögliche Sicherheit eintreten und das uns entgegen gebrachte Vertrauen bestätigten.

Ganz nach unserem Motto: Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick!“

Gesamtentwicklung

Im Jahr 2018 wurden 55.485 Straftaten in der PKS erfasst. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang um 6.368 Straftaten bzw. 10,3 %. Im Ergebnis ist die Zahl der registrierten Straftaten niedriger als vor zehn Jahren. Dies beruht nicht nur auf verringerte Fallzahlen in Verbindung mit der Zuwanderung, sondern auf einen generellen Rückgang in verschiedenen Deliktsbereichen. Ohne ausländerrechtlichen Straftaten wurden 48.495 Delikte – ebenfalls weniger als noch vor 10 Jahren -registriert.

Kriminalitätslage regional

 

 

Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote liegt 2018 bei beachtlichen 72,7 %. Ohne ausländerrechtliche Straftaten steigerte sich die Aufklärungsquote kontinuierlich auf 68,8 %, dem besten Wert seit dem 10-jährigen Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Im südlichen Oberbayern werden damit zwei von drei Straftaten aufgeklärt!

 

Häufigkeitszahl

Im Jahr 2018 lag die Häufigkeitszahl bei 4.345 Straftaten und sank damit um 529 Delikte. Ohne ausländerrechtliche Straftaten liegt der Wert bei 3.798 Straftaten pro 100.000 Einwohner und damit um 135 Delikte unter dem Vorjahr. Die Werte liegen deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt mit 4.889 Delikten bzw. 4.571 ohne ausländerrechtlichen Straftaten.

 

Tatverdächtige

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 31.558 Tatverdächtige ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 4.498 Tatverdächtigen bzw. 12,5 %. Straftaten werden nach wie vor überwiegend von männlichen Tatverdächtigen begangen, ihr Anteil betrug 78,9 %. Bezugnehmend auf das Alter gilt festzustellen, dass es sich bei den Tatverdächtigen um 24.960 Erwachsenen, 3.095 Heranwachsende, 2.374 Jugendliche und 1.129 Kinder handelt.

Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 15.563 bzw. 49,3 %. Ohne die ausländerrechtlichen Straftatbestände verringert sich der Anteil ausländischer Tatverdächtiger auf 36,9 %. Dennoch sind die ausländischen Staatsangehörigen stark überrepräsentiert, zumal der Anteil an der Wohnbevölkerung nur 11,6 % beträgt.

Kriminalität und Alkohol

Der Anteil der Tatverdächtigen, die bei Tatbegehung unter Alkoholeinfluss standen, verringerte sich im Berichtsjahr um 109 auf 3.478 Personen bzw. um 3 %. Alkohol ist nie die einzige Ursache für Aggressionen und Gewalt, jedoch wirkt der Alkohol auf die menschliche Psyche und kann die Bereitschaft für aggressives Verhalten erhöhen. Bei Gewaltstraftaten macht sich der Einfluss von Alkohol sehr deutlich bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil auf 34,5 % (+ 2 %).

Kriminalität im Kontext mit Zuwanderung

Unter den Zuwanderern befinden sich Personen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Neben der überwiegenden Mehrheit der Migranten, die polizeilich nicht in Erscheinung treten, gibt es auch Personen, die in relativ kurzer Zeit für eine hohe Anzahl an Straftaten verantwortlich sind. Der Anteil der Zuwanderer an den ausländischen Tatverdächtigen lag bei 8.839 Person.

Etwa ein Drittel der Straftaten geschehen nach wie vor in den Unterkünften. 2018 betrug der Anteil an tatverdächtigen Personen aus dem Kreis der Zuwanderer, ohne ausländerrechtliche Verstöße, 12,1 % (2017: 12,6 %). Durch diesen Personenkreis wurden insgesamt 4.461 Straftaten (2017: 4.242) begangen, was einem Anstieg von 5,2 % entspricht.

Zuwanderer im Sinne dieser Statistik sind Personen mit dem Aufenthaltsstatus „Asylbewerber“, „Duldung“, „Kontingentflüchtling“, „International/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte“, sowie „unerlaubter Aufenthalt“ – entsprechend der bundeseinheitlichen Definition.

Kriminalitätsstruktur

Der prozentuale Anteil der verschiedenen Deliktsbereiche in der Gesamtkriminalität unterlag auch 2018 wieder zum Teil erheblichen Veränderungen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sank der prozentuale Anteil der Verstöße gegen Strafrechtliche Nebengesetze um 5,2 % auf 23,9 %. Starke Rückgänge gab es hier vor allem im Bereich der ausländerrechtlichen Straftatbestände.

Ausgewählte Delikts- und Phänomen-Bereiche

Gewaltkriminalität

Im Jahr 2018 wurden 1.663 Straftaten erfasst. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen geringfügigen Rückgang um 23 Straftaten. Die Aufklärungsquote stieg um 1,4 % auf 89,2 %. Insgesamt konnten 1.709 Tatverdächtige ermittelt werden. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 792 bzw. 46,3 %. Von diesen 1.663 Straftaten wurden 173, d.h. mehr als 10 %, in Asylbewerberunterkünften begangen Die Täter waren, bis auf ganz wenige Ausnahmen, Asylbewerber. Die Opfer waren in 134 Fällen ebenfalls Asylbewerber.

Wenn man einzelne Deliktsfelder betrachtet, ist bei der gefährlichen und der schweren Körperverletzung ein leichter Rückgang auf 1.377 Fälle (2017: 1.381) mit einer Aufklärungsquote von 89,8 %, festzustellen. Die Tötungsdelikte sind 2018 auf 63 Fälle (2017: 59) angestiegen und mit 96,8 % nahezu vollständig aufgeklärt.

Unter Gewaltkriminalität werden insbesondere die Delikte Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung/Übergriff im besonders schweren Fall, Raub, räuberische Erpressung/Diebstahl, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, Körperverletzung mit Todesfolge, gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen, Erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme erfasst.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Polizeibeamte, insbesondere im Streifendienst, erfahren während ihres Dienstes oft gefährliche Situationen und sind dabei einem großen Aggressions- und Gewaltpotential ausgesetzt. Angriffe erfolgen oft bei Routineeinsätzen. Im Jahr 2018 wurden 705 Delikte erfasst. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen, die Gewalt gegen Polizeibeamten angewendet haben, lag bei 33 %.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Es ist ein Alarmzeichen und ich sehe es mit großer Besorgnis, dass Polizeibeamte und Rettungskräfte, die tagtäglich für die Allgemeinheit ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, schon aus nichtigen Anlässen immer öfter zur Zielscheibe von Aggression und brutaler Gewalt werden. Ich begrüße ausdrücklich die flächendeckende Einführung der Body-Cam, um Polizeibeamte vor Angriffen zu schützen. Auch Polizisten in Rosenheim waren an einem bayernweiten Pilotversuch beteiligt und hatten dabei eine spürbare deeskalierende Wirkung festgestellt. Damit trägt die Body-Cam, objektiv gesehen, zum Schutz der Polizisten bei.“ 

Diebstahlsdelikte

Im Jahr 2018 wurden 11.182 Diebstahlsdelikte erfasst. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang von 859 Straftaten bzw. 7,1 %. Damit ergibt sich der der niedrigste Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Aufklärungsquote stieg um 2,1 % auf 34,7 %. Insgesamt konnten 3.212 Tatverdächtige ermittelt werden.

Wohnungseinbruchdiebstahl

Im Jahr 2018 wurden 324 Wohnungseinbruchdiebstähle gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen Rückgang um 175 Straftaten bzw. 35,1 %. Damit sind die Zahlen das vierte Jahr in Folge rückläufig. Die Aufklärungsquote stieg um 2,5 % auf 20,1 %. Insgesamt konnten 59 Tatverdächtige ermittelt werden.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Gerade Wohnungseinbrüche wirken sich, neben materiellen Schäden, sehr belastend auf die Psyche der Opfer aus. Hinzu kommt, dass Einbrüche in die „eigenen vier Wände“ das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung negativ belasten, wie kaum eine andere Straftat. Es ist deshalb umso erfreulicher, dass es im Rahmen unserer präventiven und repressiven Schwerpunktsetzung gelungen ist, die Zahl der Wohnungseinbrüche im vierten Jahr in Folge zu reduzieren. Gründe hierfür waren zum einen die professionelle Arbeit der Ermittler von Schutz- und Kriminalpolizei sowie intensive polizeiliche Präventionsarbeit. Trotz dieser positiven Entwicklung werden wir mit unseren Anstrengungen nicht nachlassen und haben uns zum Ziel gesetzt, die Qualität der polizeilichen Ermittlungsarbeit weiter zu steigern. Dafür wurde im Februar 2018 die Koordinierungsstelle Einbruchskriminalität im Polizeipräsidium eingerichtet.“

Einbruch in gewerbliche Objekte

Im Jahr 2018 wurden 480 Einbrüche in gewerbliche Objekte erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen sehr deutlichen Rückgang von 113 Straftaten bzw. 19,1 %. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 35,6 % (+1 %). Insgesamt wurden 130 Tatverdächtige ermittelt.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Im Jahr 2018 wurden 8.574 Vermögens- und Fälschungsdelikte erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen starken Rückgang um 502 Straftaten bzw. 5,5 %. Die hohe Aufklärungsquote stieg nochmals um 1,8 % auf 78,7 %. Insgesamt wurden 5.798 Tatverdächtige ermittelt.

Callcenterbetrug

Unter „Callcenterbetrug“ werden alle Arten des Trickbetrugs verstanden, bei denen die Kontaktaufnahme der Täter offensichtlich aus „Callcentern“ stattfindet und es sich bei den Geschädigten überwiegend um ältere Menschen handelt. Im Wesentlichen lassen sich die Fälle in drei Varianten unterteilen: „Falsche Polizeibeamte“, „Gewinn-versprechen“ und „Enkeltrickbetrug“. Dem Bundestrend folgend verzeichnet auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd steigende Fallzahlen. So sind die angezeigten Straftaten im Bereich „Falsche Polizeibeamte“ auf 581 (2017: 391) und die des „Enkeltricks“ auf 44 (2017: 40) gestiegen. In gleicher angestiegen sind die Schadenssummen. Acht Tatverdächtige wurden im Kontext mit dem Phänomen „Falsche Polizeibeamte“ festgenommen.

Leitende Polizeidirektorin Eva Schichl: „Die negativen Folgen für die Opfer, besonders nach vollendeten Taten, sind schwerwiegend. Der Verlust der Lebensersparnisse führt nicht selten zu einer finanziellen Notlage und häufig sind auch schwere psychische Erkrankungen die Folge. Die Täter missbrauchen außerdem den guten Namen der Polizei, was zunehmend zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung führt. Wir haben die Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen intensiviert und Fahndungserfolge erzielen können. In diesem Zusammenhang ist uns besonders wichtig, dass gerade Angehörige, Freunde und Nachbarn ihre älteren Mitmenschen für diese perfide Masche sensibilisieren um bei diesen das Risikobewusstsein für diese perfiden Kriminalitätsformen zu erhöhen.“

Computerkriminalität

Im Jahr 2018 wurden 515 Straftaten der Computerkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 12 Straftaten bzw. 2,4 %. Die Aufklärungsquote stieg  um 0,4 % auf 59,8 %. Insgesamt wurden 250 Tatverdächtige ermittelt.

Cybercrime

Der Begriff „Cybercrime“ umfasst sämtliche Straftaten, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten. Ferner auch solche Straftaten, die mittels Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden. Die Zahlen der PKS spiegeln nur einen Bruchteil der tatsächlich begangenen Cybercrime-Delikte wider. Grund hierfür ist zum einen, dass die Täter sehr häufig aus dem Ausland agieren, zum anderen, dass die wenigsten Taten angezeigt werden und somit ein beachtliches Dunkelfeld besteht.

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2018 wurden 4.994 Straftaten der Rauschgiftkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 250 Straftaten bzw. 5,3 %, was erneut einen Höchstwert in den letzten zehn Jahren darstellt. Die sehr hohe Aufklärungsquote liegt bei 95,7 %. Insgesamt wurden 4.415 Tatverdächtige ermittelt.

Seit 2015 ist erkennbar, dass die Anzahl der erfassten Taten kontinuierlich zunimmt und um in diesem Zeitraum um 1.837 Straftaten angestiegen ist. Da es sich bei den Rauschgiftdelikten um sogenannte Kontrolldelikte handelt, ist diese Steigerung nahezu ausschließlich auf vermehrte bzw. erfolgreiche Polizeikontrollen zurückzuführen.

Die Zahl der Rauschgifttodesfälle ist im Jahr 2018 auf 16 Opfer (2017: 30) gesunken

Polizeipräsident Robert Kopp: Diese hohen Fallzahlen sind der professionellen Tätigkeit unserer Polizeibeamteninnen und -beamten geschuldet. Ungeachtet dessen ist die weite Verbreitung und Akzeptanz von Rauschgift in Teilen der Gesellschaft erkennbar. Der verharmlosenden Diskussion um eine Legalisierung oder Entkriminalisierung von Cannabis erteile ich eine klare Absage!“

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Im Jahr 2018 wurden 741 Sexualdelikte erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 60 Straftaten bzw. 8,8 %. Die Aufklärungsquote liegt bei hohen  86,5 %. Insgesamt wurden 608 Tatverdächtige ermittelt. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 206 bzw. 33,9 % und bei den Zuwanderern bei 96 bzw. 15,8 %. Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen waren Männer (88,8 %), im Gegensatz dazu ein Großteil der Opfer Frauen (82,7 %).

Polizeipräsident Robert Kopp:Die Steigerung klingt auf den ersten Blick dramatisch, ist aber erklärbar. Zum einen wirkt sich die Gesetzesänderung von 2017 nachhaltig aus, wo-nach bestimmte Tathandlungen nun dem Bereich der Sexualdelikte zugeordnet werden. Ferner wurden mir der Reform des Sexualstrafrechts neue Straftatbestände geschaffen, um bisher straflose Handlungen zu sanktionieren (Stichwort. Nein heißt nein!). Dennoch – jede Sexualstraftat ist eine zu viel.“

Straßenkriminalität

Im Jahr 2018 wurden 7.610 Straftaten der Straßenkriminalität erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen erneuten Rückgang um 457 Straftaten bzw. 5,7 %. Die Aufklärungsquote liegt nahezu unverändert bei 20,7 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sowohl Delikte mit vergleichsweise niedriger, z.B. Fahrraddiebstähle mit 8,9 %, als auch Delikte mit vergleichsweise hoher Aufklärungsquote, z.B. Raubdelikte mit 79,1 %,    hier erfasst werden. Insgesamt wurden 1.523 Tatverdächtige ermittelt.

Unter Straßenkriminalität werden alle Delikte zusammengefasst, die auf öffentlichen Straßen, Wegen Plätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen werden bzw. einen deutlichen Bezug hierzu aufweisen. Dazu zählen beispielsweise Diebstahl an, aus, von Kraftzeugen oder Fahrräder, Taschendiebstahl, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, gefährliche und schwere Körperverletzung, Raubüberfälle, Handtaschenraub und Sachbeschädigung an Kfz.

Fahndung und grenzüberschreitenden Kriminalität

Zum 01.07.2018 wurde die Bayerische Grenzpolizei eingerichtet und die Direktion der Bayer. Grenzpolizei in Passau geschaffen. Die organisatorische Anbindung der fünf Grenzpolizeidienststellen (vormals Polizeiinspektionen bzw. Polizeistationen Fahndung) an das Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bleibt jedoch weiterhin bestehen. Das Kernelement der erfolgreichen Schleierfahndung wurde bei der strategischen Weiterentwicklung um eine „uniformierte Komponente“, eine technisch unterstützende Fahndung und eine Grenzkontrollkomponente ergänzt.

Im Rahmen der Personen- und Sachfahndung ergaben sich bei Kontrollen durch die Grenzpolizei insgesamt 4.564 Fahndungstreffer. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 314 Fahndungstreffer bzw. 6,4 %

Im Jahr 2018 wurden durch die Grenzpolizei 4.841 Straftaten festgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 1.100 Straftaten bzw. 18,5 %. Der Rückgang lässt sich teilweise mit der weiter rückläufigen Zuwanderung erklären. Im Vergleich zum Vorjahr sind Straftaten mit ausländerrechtlichem Bezug von 1.877 auf 1.339 Fälle gesunken. Dies bedeutet einen Rückgang 28,7 %. Im Jahr 2018 konnten 4.650 Gegenstände sichergestellt werden.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Unsere Schleierfahnder sind nach wie vor ein bayerisches Erfolgsmodell – für mich das Bollwerk gegen internationale und grenzüberschreitende Kriminelle und damit ein Garant für mehr Sicherheit in Bayern und darüber hinaus.  Die Aufgriffe sind sowohl quantitativ als auch qualitativ auf einen hohen Grad der Spezialisierung zurückzuführen. Es werden nicht nur erhebliche Mengen an Rauschgift sichergestellt, sondern auch gestohlene Gegenstände, entwendete Fahrzeuge, Waffen und konspirativ transportiertes Bargeld. Ich begrüße die Einführung der Bayerischen Grenzpolizei, weil wir dadurch bei unseren Grenzpolizeidienststellen die Fahndungstätigkeit in den Grenzregionen selbst, auf aber auch Autobahnen sowie international bedeutsamen Verkehrswegen personell verstärken und auch mit neuester Ausstattung weiter professionalisieren können.

Politisch Motivierte Kriminalität

Im Jahr 2018 wurden 262 Straftaten erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen starken Rückgang um 95 Straftaten bzw. 26,6 %. Die politisch motivierte Kriminalität ist somit das zweite Jahr in Folge rückläufig. Angelehnt an die ideologische Ausrichtung wird die PMK in folgende Bereiche unterteilt:

PMK -rechts-

Im Bereich der PMK -rechts- wurden 158 Ermittlungsverfahren (2017: 186) erfasst. 137 Straftaten wurden als extremistisch eingestuft. In 101 Fällen wurde wegen sog. Propagandadelikte ermittelt; z.B. Hakenkreuzschmierereien, das Zeigen anderer verbotener politischer Symbole oder das Abspielen indizierter Lieder. Die Aufklärungsquote beträgt 39,9 %.

PMK -links-

Im Bereich der PMK -links- wurden 63 Ermittlungsverfahren (2017: 97) geführt. 40 Sachverhalte wurden als extremistisch eingestuft. In 44 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Aufklärungsquote liegt bei 22,2 %.

PMK -nicht zuzuordnen-

Im Bereich der PMK -nicht zuzuordnen – wurden 35 Ermittlungsverfahren (2017: 64) erfasst. Sieben Fälle wurden als extremistisch eingestuft. In 17 Fällen wurde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Aufklärungsquote beträgt 40 %. Im südlichen Oberbayern sind 818 Reichsbürger (2017: 834) registriert. Von diese besitzen noch 11 eine waffenrechtliche (2017: 50) und vier eine sprengstoffrechtliche Erlaubnis.

PMK -religiöse Ideologie-

Im Bereich der PMK -religiöse Ideologie- wurden drei Ermittlungsverfahren (2017: 7) erfasst; alle Sachverhalte wurden als extremistisch eingestuft. Die Aufklärungsquote liegt bei 100 %.

PMK -ausländische Ideologie-

Im Bereich der PMK – ausländische Ideologie- wurden drei Ermittlungsverfahren (2017: 3) registriert. Zwei Fälle wurden als extremistisch eingestuft. Die Aufklärungsquote beträgt 100 %.

Einsatzzentrale

Die Einsatzzentrale koordiniert den Einsatz der Polizeistreifen und organisiert die erforderlichen Unterstützungskräfte bzw. Einsatzmittel.

In der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden 2018 insgesamt 123.079 Notrufe entgegengenommen. Damit wurden täglich durchschnittlich 337 Notrufe durch die Einsatzzentrale entgegen genommen und insgesamt 161.248 Einsätze der Polizei bearbeitet. Dies bedeutet täglich durchschnittlich 442 Einsätze. Schwerpunkte waren dabei Verkehrsunfälle (31.109 Einsätze), Meldungen bzgl. des Straßenverkehrs (25.401 Einsätze), verdächtige Wahrnehmungen (13.645 Einsätze) sowie Vermisste und hilflose Personen (6.818 Einsätze).

Die Belastung im Zusammenhang mit Einsätzen in und an Asylbewerbereinkünften war nahezu unverändert. Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurden im Jahr 2018 insgesamt in 2.787 Fällen zu Asylbewerberunterkünften (2017: 2.899) gerufen. Im Schutzbereich werden zwei Anker-Dependancen, 37 Gemeinschaftsunterkünfte sowie drei Übergangswohnheime für Minderjährige betrieben.

Notrufoffensive 110

Im Jahr 2018 gingen 13.645 Meldungen zu verdächtigen Wahrnehmungen über die Notrufnummer 110 ein, wovon 133 Anrufe von aufmerksamen Bürgern unmittelbar zur Aufklärung einer Straftat und zur Festnahme von Straftätern geführt haben. Deshalb gilt auch für 2019: Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd steht Ihnen rund um die Uhr als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Verkehrsmeldestelle Bayern

Im Jahr 2008 wurde im Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Verkehrsmeldestelle Bayern in Betrieb genommen. Seither wurden über 4 Millionen Verkehrsmeldungen verarbeitet. Im Jahr 2018 waren 332.521 Einzelmeldungen zu erfassen. Diese Meldungen werden unter anderem durch Polizeistreifen sowie durch Notrufe, Staumelder und automatische Zählschleifen generiert.

Besondere Veranstaltungen und Einsatzlagen

Neben den wiederkehrenden Kultur- und Sportveranstaltungen stellten politische Veranstaltungen und Versammlungslagen im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl einen polizeilichen Einsatzschwerpunkt dar. Während ein Großteil der Infostände keine polizeiliche Betreuung erforderte, mussten sich fortbewegende Versammlungen unter freiem Himmel teils mit einem hohen Kräfteaufwand betreut werden. Dank des umsichtigen Vorgehens der eingesetzten Polizeikräfte kam es bei den Veranstaltungen zu keinen größeren Sicherheitsstörungen

Alpiner Einsatzzug

Der Alpine Einsatzzug, insbesondere die drei Alpinen Einsatzgruppen (AEG) Traunstein, Rosenheim und Weilheim, bewältigte 334 Einsätze mit insgesamt 7.058 Einsatzstunden. Im Jahr 2018 wurden deutliche Steigerungen von 32 auf 79 Bergunfällen und bei den Lawinenunfällen von 13 auf 19 Fälle verzeichnet. Im Jahr 2018 verloren 37 Menschen bei Unfällen im alpinen Bereich ihr Leben (2017: 35 Todesopfer).

Sicherheitswacht

Die Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit ist oberstes Ziel des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die in vielen Kommunen eingesetzten Sicherheitswachten tragen in Ergänzung zur Tätigkeit der Polizei hier einen nicht unwesentlichen Teil bei. Durch das freiwillige und ehrenamtliche Engagement von verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern, welche sich in vorbildlicher Art und Weise für unser Gemeinwesen einsetzen, wird ein friedlicheres und sichereres Zusammenleben gewährleistet. Die sichtbare Präsenz der Sicherheitswacht auf öffentlichen Straßen und Plätzen stärkt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd setzt bereits seit 1995 auf das Konzept der Sicherheitswacht. Damals wurde in Rosenheim als eine der ersten Kommunen in Bayern eine Sicherheitswacht eingerichtet – mit über 20 Angehörigen ist sie heute eine der größten im Freistaat Bayern. Mittlerweile existieren im Zuständigkeitsbereich insgesamt 12 Sicherheitswachten in 13 Kommunen. Zu den Sicherheitswachten in Rosenheim, Freilassing, Schongau, Burghausen/Burgkirchen, Waldkraiburg, Traunstein und Wolfratshausen nahm die Sicherheitswacht in Mühldorf am Inn im Sommer 2018 ihren Betrieb auf. Mittlerweile wurde auch in Trostberg, Prien am Chiemsee und Bad Reichenhall im Januar 2019 sowie in der Stadt Weilheim im März 2019 eine Sicherheitswacht eingerichtet.

Polizeipräsident Robert Kopp setzt sich aus Überzeugung für die Sicherheitswacht ein: „Die Angehörigen der Sicherheitswacht verkörpern ein verbindendes und stabilisierendes Element in unserer Gesellschaft. Ich begrüße es sehr, dass mittlerweile 110 Bürgerinnen und Bürger, davon 35 Frauen, in unseren Sicherheitswachten ehrenamtlich aktiv sind, dort Verantwortung übernehmen, Zivilcourage zeigen und insbesondere für ein Plus an subjektiver Sicherheit in der Öffentlichkeit eintreten!“




Und sie wollten doch nur spielen …

Ein aufmerksamer und besorgter Bürger hat am gestrigen Abend die Polizei alarmiert, weil er in seiner Nachbarschaft in Waldkraiburg einen Streit mit anschließenden Schüssen vernommen hatte. Aufgrund der gänzlich unklaren Lage wurde die Örtlichkeit durch zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei angefahren. Nach Lokalisierung des genauen Wohnkomplexes rückten die Beamten im Anschluss mit schweren Schutzausrüstungen zu dem Einfamilienhaus vor …

Dort stellte sich alsbald heraus, dass sich der besorgte Bürger keinesfalls bei seinen Wahrnehmungen getäuscht hatte: Zwei Bewohner des Hauses hatten zum besagten Zeitpunkt nachweislich in der Garage des Anwesens ihre frisch erworbenen Softair-Waffen getestet. Bei den Waffen handelte es sich um täuschend echt aussehende Nachbildungen tatsächlich existierender Lang- sowie Kurzwaffenmodelle, die aufgrund ihrer Bauart im vorliegenden Fall unter die Bestimmungen des Waffengesetzes fielen. Da die Waffenbesitzer ihre Waffen jedoch in den eigenen vier Wänden erprobten, handelten sie nicht strafbar.

Durch das enorme Polizeiaufgebot wurde den Beiden ziemlich schnell klar, dass ihre Aktion eines „Indoor-Waffentests“ mitten in einem Wohngebiet keine kluge Entscheidung gewesen war …

 




Illegale Grillparty unter Innbrücke

Schluss mit lustig: Am Samstagabend feierten mehrere Personen unter einer Innbrücke in Jettenbach eine Party. Trotz Verbotsschild wurde dazu ein Kohlegrill entzündet, meldet die Polizei. Ferner parkten einige PKW unter der Brücke mitten im Naturschutzgebiet. Wer die Polizei auf den Plan rief, wird von der Dienststelle nicht mitgeteilt – die Verantwortlichen der Party jedenfalls …

… wurden vor Ort von den Beamten der Polizei Waldkraiburg zur rede gestellt. Ein Platzverweis wurde erteilt.

Es muss mit einer Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Bayerische Naturschutzgesetz gerechnet werden.




Mit 1,5 Promille auf der B12 am Steuer

Mit 1,5 Promille auf der B12 am Steuer: Am Sonntagabend gegen 21.10 Uhr war ein 41-Jähriger aus Bad Füssing mit seinem Audi gerade Höhe Maitenbeth unterwegs, als ihm ein Pkw aus München in der Fahrbahnmitte entgegenkam. Die beiden Autoas touchierten sich heftig. Sachschaden: 16.000 Euro. Da bei dem Fahrer des Münchner Pkw – ein 22-Jähriger – Alkoholgeruch bemerkt wurde von den Polizisten …

… unterzogen die Beamten der Polizei Waldkraiburg den jungen Mann einem freiwilligen Alkoholtest. Dieser ergab einen Wert von 1,5 Promille. Eine Blutentnahme in einem nahegelegenen Krankenhaus wurde angeordnet und der Führerschein sichergestellt.

Verletzt wurde bei dem Unfall zum großen Glück niemand.