„Mit der Mondlandschaft muss Schluss sein“

Bauausschuss Haag gab erneute Stellungnahme zur Erweiterung des Kiesabbaus bei Winden ab

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Der Kiesabbau bei Winden soll erweitert werden – so lautete ein Bauantrag, der vor inzwischen zehn Jahren gestellt worden war. Nachdem das Landratsamt den Antrag ruhend gestellt hatte, bat es den Bauausschuss Haag jetzt um eine erneute Stellungnahme. Der Grund: Der Betreiber der Kiesgrube will den Abbau jetzt offenbar intensivieren. Der Haager Bauausschuss zeigte sich darüber wenig erfreut.

In den entsprechenden Bereichen soll aufgrund der Nähe zum Grundwasser qualitativ hochwertiger Kies abgebaut werden können, so der Betreiber der Kiesgrube. Nun möchte er aus diesem Vorkommen schöpfen. Weil der Antrag darauf inzwischen zehn Jahre zurückliegt, fordert das Landratsamt eine erneute Stellungnahme des Haager Bauausschusses.

 

Dr. Bernhard Grabmeyer gab zu bedenken, ein Eingriff könne zu Verunreinigungen des Grundwassers führen. „Im Zweifelsfall sind wir den Bürgern verpflichtet, dass sich die Wasserqualität nicht verschlechtert.“ Er zeigte eine ablehnende Haltung.

Dabei war der letzte Beschluss noch positiv ausgefallen. Inzwischen haben sich die Meinungen zu dem Thema allerdings geändert. „Die Rekultivierung nach der Ausbeutung geht mir an mancher Stelle zu langsam“, beklagte Stefan Högenauer. Ein Thema, das laut Dr. Wolfgang Weißmüller bereits öfter diskutiert wurde. Auch er war der Meinung: „Mit der Mondlandschaft muss endlich Schluss sein.“ Immerhin seien auch Grundstückseigentümer betroffen. Diese beschwerten sich darüber, dass zu tief abgebaut wurde und der Schutzwall deshalb abgerutscht sei.

 

Inzwischen ist auch die Gemeinde in ablehnender Haltung. „Wir wissen nicht, wie sich die Maßnahmen auf das Grundwasser auswirken“, argumentierte Bürgermeisterin Sissi Schätz. Es soll durch das Vorhaben die Suche nach einem weiteren Brunnen nicht beeinträchtigt werden.

 

Deshalb entschied der Bauausschuss, sich negativ zum Vorhaben zu äußern. Das letzte Wort behält hier allerdings das Landratsamt. JF

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