„Alte Mauern unbedingt erhalten”

Schlosshof: Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag" lässt nicht locker

image_pdfimage_print

Die Sanierung des Haager Schlosshofes (wir berichteten) sorgt nach wie vor für Zündstoff. Nach wie vor will der Geschichtsverein Reichsgrafschaft Haag sichj nicht mit den Plänen des Gemeinderates anfreunden. In einem neuen, offenen Brief heißt es: „ Fassungslosigkeit macht sich bei den Haagern breit, wie mit einem historisch so bedeutsamen und einmaligen Gebäude umgegangen werden darf.”

Wie der Vertreter der Denkmalbehörde kurz in der Gemeinderatssitzung erwähnt habe, gebe es durchaus die Möglichkeit, alte Mauern auszustellen. „Bei einem Spaziergang durch München gibt es dazu ein gutes Beispiel direkt an der Bayrischen Staatskanzlei, hier sind die alten Mauern der Arkadenreihe aus dem späten 16. Jahrhundert unter Glas verdeckt schön sichtbar. Aber das geht wohl nur in München, weil man hier mehr Druck von der Öffentlichkeit kommt.

 

 

Der Geschichtsverein: „In Haag hingegen soll offenbar für ein paar Veranstaltungen im Jahr im zugigen Schlosshof ein steriler, praktischer Ort geschaffen werden, ohne die Meinung der Bevölkerung zu hinterfragen. Wer denkt sich im Zusammenhang mit einem historischen Bauwerk eine derartige Verunstaltung aus? Das sind ein paar Vertreter der Gemeinde, die eine modere Architektur als Gegensatz zur historischen Bausubstanz für schön empfinden. Wer in den guten alten Zeiten schon öfters im Schlosshof eine Veranstaltung besucht hat, der kennt den Charme der Anlage und auch die Wetterverhältnisse. Stattdessen werden die Bürger voll vollendete Tatsachen gestellt und die Neugestaltung wird mit brachialer Gewalt dem Gebäudekomplex aufgezwungen. Wer hat die Bürger von Haag und Umgebung zu ihrer Meinung gefragt? Das ist wie im Mittelalter, die Obrigkeit entscheidet, der Rest muss mitmachen.”

 

Selbst wenn der Beschluss im Gemeinderat gefasst worden sei und die Granitsteine schon auf Lager seien und man auf Fördergelder hoffe, sollte man sich gut überlegen, ob man entgegen dem Unmut und der Ablehnung innerhalb der Bevölkerung und über die Köpfe der Haager Bürger hinweg so eine Verunstaltung wirklich durchführen wolle.  „Den Plan nicht umzusetzen ist auf jeden Fall billiger, als später wie beim Pfarrheim zu jammern.”

„Anstatt einem kalten Veranstaltungsort könnten die Funde im Schlosshof einen Platz für eine tolle Lehrgrabungsstelle bieten. Hier könnten für viele Jahre junge Archäologen die verschiedenen Bauphasen der Burg erkunden und unsere Geschichte wieder lebendig werden lassen.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren