„Lebensrettende Minuten“

Schulungsabend in der Gemeinde Haag am 30. September

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Im Notfall sind die ersten fünf Minuten oft die „entscheidenden Minuten“ für den Ausgang des Geschehens. „Wir können beliebig viel in Rettungsdienste, Ausrüstung, Notaufnahme und Klinik investieren, es bleibt wirkungslos, wenn im Falle eines plötzlichen Herztods nicht beherzte Bürger, Freunde oder Angehörige mit der Reanimation beginnen”, heißt es aus dem Landratsamt. Deshalb gibt es in Haag jetzt einen Schulungsabend.

Dazu möchten das Gesundheitsamt Mühldorf und die „Gesundheitsregion-Plus” in Kooperation mit der leitenden Notärztin Dr. Brigitte Schön, den Kreiskliniken Mühldorfund dem Träger des Rettungsdienstes, dem BRK, einen Beitrag leisten.

Der Schnellkurs zum Führerschein liegt lang zurück, die Angst etwas falsch zu machen ist groß, das Wissen um eine effektive Reanimation gering. So kommt es, dass der Rettungsdienst zwar oft in optimaler Hilfsfrist von zehn Minuten vor Ort eintrifft – dies aber für den Patienten viel zu spät ist, wenn nicht vorher aus dem direkten Uumfeld wenigstens eine Herzdruckmassage erfolgt ist.

 

„Hier wollen wir ansetzen. Das Projekt soll Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Reanimation lenken und durch Aufklärung Wissen und Sicherheit schaffen, sodass in Zukunft jeder einen Lebensretter in den entscheidenden Minuten in seiner Nähe hat“, so Verena Büchner, die neue Geschäftsstellenleitung der „Gesundheitsregion-Plus” am Gesundheitsamt. Es sollen mehr Patienten eine Überlebenschance haben und die gesundheitlichen Rahmenbedingungen in der Region sich verbessern. Jeder Bürger kann selbst dazu einen Beitrag leisten.

Der Schulungsabend findet am 30. September um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Haager Rathauses statt. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen, ihre Kenntnisse zu den „lebensrettenden Minuten“ an diesem Abend auffrischen zu lassen.

 

Die leitende Notärztin im Landkreis Mühldorf a. Inn, Brigitte Schön, beantwortet in ihrem Vortrag die Fragen

Wann liegt ein Notfall vor? Wie erkenne ich das?

Welche Hilfe brauche ich? Was ist zu tun?

 

„Es ist mir als mehrmals wöchentlich im Notarztdienst tätige Ärztin ein großes und auch persönliches Anliegen, dass dann, wenn nötig, zügig der Rettungsdienst gerufen wird und bei dessen Eintreffen bereits eine Reanimation läuft! Dies erhöht die Überlebenschancen des Patienten erheblich. Manchmal ist es nur ein kleiner Herzinfarkt, der zur lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung führt und ohne sofortige Hilfe das Schicksal des Patienten besiegelt“, erklärt Brigitte Schön.

 

Damit es nicht bei der Theorie bleibt, ist das Bayerische Rote Kreuz mit im Boot.

Im Anschluss an den Vortrag kann jeder Teilnehmer seine praktischen Kenntnisse auffrischen und unter Anleitung erfahrener Rettungssanitäter die nötigen Handgriffe am Übungsobjekt erproben.

 

„Sich hier ausbilden zu lassen und die Reanimation praktisch zu üben, ist ein Akt der Nächstenliebe, ist soziales Engagement, in der stillen Hoffnung, dass im Notfall auch einer für mich bereit steht“, fasst Cornelia Erat, Ärztin am Gesundheitsamt, zusammen.

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