Haager übten in Mühldorf

Katastrophenschutzeinheiten auf den Ernstfall bestens vorbereitet

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Ein „hochgiftiger und explosiver Stoff” trat vergangene Woche am Bahnhof Mühldorf aus, sodass 7500 Personen zum Teil verletzt evakuiert werden mussten. Zum Glück war das nur ein Übungsszenario, das auf Grund des dortigen Schienenverkehrs mit täglichem Gefahrguttransport aber durchaus realistisch ist. Bei der Übung in Mühldorf waren auch Einsatzkräfte aus Haag an maßgeblicher Stelle mit dabei.

Die staatliche Feuerwehrschule Geretsried bereitete für die Führungsriege des Katastrophenschutzes  Landkreis  Mühldorf einen Übungstag vor, bei dem sie den Einsatzkräften einen simulierten Katastropheneinsatz per Funk und Telefon einspielte.

Erstmeldung für alle Einsatzkräfte lautete: „Am Rangierbahnhof ist es zu einem Unfall mit einem Kesselwagen gekommen.  Ein unbekannter Stoff tritt aus und kann nicht eingefangen werden!“

Im weiteren Verlauf mussten 7500 Personen evakuiert, Verletzte vor Ort dekontaminiert, versorgt und abtransportiert werden. Für die Organisation dessen wurde die  Sanitätseinsatzleitung alarmiert, die in Haag stationiert und für den gesamten Landkreis zuständig ist. Beteiligt waren hierbei einer der Organisatorische Leiter Rettungsdienst Florian Ferschmann, der durch die Unterstützungsgruppe der  Bereitschaft Haag begleitet wurde.

Diese wickeln im Einsatz in dessen Auftrag den Funkverkehr ab und versuchen  einen ständigen Überblick über die aktuelle Lage des Geschehens zu behalten und an alle Beteiligten weiterzugeben. Meldungen an die Einsatzleitung werden entgegen genommen, Aufträge von diesem werden wiederum weiteregegeben beziehungsweise. ausgeführt.

Den Funk besetzten an dieser Übung Michaela Randl und Rebecca Konietzko. Es wurde vier Stunden lang durchgehend gefunkt, hierfür waren enorme Ausdauer und Konzentration aller Einsatzkräfte gefragt. Ein- und ausgehende Meldungen sortierte und leitete Melanie Zeiler weiter, die zusätzlich alle Aktionen mitprotokollierte.

Um die Übersicht über die unzähligen Einsatzkräfte und Schadensabschnitte zu behalten, arbeitete ein weiteres Team der Bereitschaft mit Stellwänden und Lagekarten, um dem Einsatzleiter die Vorgänge während des Einsatzes deutlicher darzustellen. Bei einem Einsatz dieser Dimension können somit der Überblick und die Entwicklungen besser veranschaulicht  werden. Fachdienstleiter Stefan Bachmaier hielt den Kontakt zu den anderen Hilfsorganisationen aufrecht, per Funk aber auch in persönlichem Austausch.

Im weiteren Verlauf wurden mehr und mehr Verletzte gemeldet, Einsatzkräfte aus ganz Oberbayern wurden vom Einsatzleiter nachgefordert. Um die Lage vor Ort in den Griff zu bekommen und schnellstmöglich alle Betroffenen aus dem Gefahrengebiet zu evakuieren, mussten alle Hilfsorganisationen Hand in Hand zusammenarbeiten. Hierbei war intensiver Austausch mit den Einsatzkräften vor Ort per Funk, aber auch unter den Einsatzleitungen der verschiedenen Hilfsorganisationen von Nöten. Schnelles Handeln, richtige Entscheidungen und intensive Kommunikation untereinander verlangte den Beteiligten in vier intensiven Stunden einiges ab.

Insgesamt beteiligt am Einsatz waren die Bundespolizei, die Landespolizei, die Einsatzleitung der  Feuerwehr, das technische Hilfswerk, die Bundeswehr und die Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Die Feuerwehrschule beobachtete während des gesamten Einsatzes die Arbeit jeder Führungseinheit. In einer abschießenden Runde wurde jeden Einsatzkräften Rückmeldung über deren erbrachte Leistung gegeben. Hierbei wurden die elf Einsatzkräfte der Bereitschaft Haag und ihr Einsatzleiter im Hinblick auf ihre fachliche Kompetenz, ihre  große Motivation in der Arbeit und ihrer guten Teamarbeit gelobt. Insgesamt legte die Feuerwehrschule aber auch allen Hilfsorganisationen nahe, dass regelmäßiges Üben mit allen Einsatzleitungen sehr wichtig sei. „ Bei einer Katastrophe seid ihr diejenigen, die kommen und sonst  niemand“, betonte Hans- Christian Eibl, Fachbereichsleiter Krisenmanagement der Feuerwehrschule Geretsried und Leiter dieser Übung. Insgesamt zeigte sich Ferschmann sehr zufrieden mit der erbrachten Leistung, alle Verletzen seien  in kurzer Zeit gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen gerettet und versorgt worden. „Ein Einsatz dieser Größenordnung ist nicht alltäglich, wurde aber erfolgreich abgearbeitet“, so Ferschmann.

Text: R. Konietzko/Fotos: BRK Haag

 

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