Gemeinde-Auto statt Zweitwagen

Gemeinderat Haag: Carsharing-Projekt soll noch dieses Jahr umgesetzt werden

image_pdfimage_print

Auf den Zweitwagen verzichten und stattdessen kurzzeitig E-Auto oder E-Bike buchen. Ein Konzept für zusätzliche Mobilitätsangebote im ländlichen Raum war Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung in Haag. Das E-Mobil-Sharing-Projekt ist bereits beschlossene Sache. Diesmal ging es darum, letzte Fragen mit dem Verein „landmobile“ abzuklären.

Eine vereinfachte und flexiblere Anbindung: Die Ziele des Sharing-Förderprojekts sind klar. „Mit einem gemeindeübergreifenden Gesamtkonzept wollen wir die Mobilitätsangebote im ländlichen Raum verbessern“, erklärte Melanie Buchner vom Verein „landmobile“. Auch im Alter oder für jugendliche können Angebote geschaffen werden. So geht es bei dem Projekt nicht nur um Carsharing, auch E-Roller und E-Bikes können über die Buchungsplattform geliehen werden. Bereits im Sommer sollen Wagen und Buchungssystem nach Haag kommen.

 

Die voraussichtlichen Kosten der Gemeinde belaufen sich hierbei auf 3.000 bis 5.000 Euro pro Jahr. „Die Kosten beinhalten ein zur Verfügung gestelltes Auto, die Buchungsplattform, geschäftliche Abwicklungen und die Öffentlichkeitsarbeit“, zählte Christoph Mayerhofer vom Landratsamt Mühldorf auf. Genauer lasse sich der Betrag erst ab Februar berechnen, sobald alle Kommunen aufgegliedert haben, wie sie das Projekt gestalten wollen. Auch die Gemeinde Haag kann mitentscheiden.

 

Geplant ist eine Mischung aus stationsgebundenem Carsharing und einem „Free Floating System“. So könne man beispielsweise ein Auto in Buchbach oder Schwindegg an den entsprechenden Stationen abstellen, in der Buchungsplattform timen, wann man es wieder braucht und dazwischen die Nutzung freigeben. „Unter welchen Umständen kann man auf ein zweites Auto verzichten?“, fragte Bürgermeisterin Sissi Schätz und möchte den Wagen hauptsächlich für Einzeltermine bereitstellen. Das Konzept sei nicht für jemanden gedacht, der nach Dorfen zum Zug fährt, um von dort aus weiter zur Arbeit zu pendeln. „Man sieht am Citymobil: Die Vereine nutzen es gern, es gibt die Einkaufstour zu den Großmärkten. Solche Dinge können noch viel mehr angeboten werden.“ Klar ist: Auch das bereits vorhandene E-Fahrzeug des Marktes soll und kann miteingebunden werden.

 

„Wichtig ist, mehrere Gemeinden in der Umgebung dafür zu begeistern“, findet Herbert Zeilinger (WFH). So ließe sich auch die Anbindung nach Wasserburg oder Mühldorf besser überbrücken – sofern diese Kommunen im Projekt beteiligt seien. Aktuell sind, so Mayerhofer, sieben Kommunen mit dabei: Neben Haag sollen auch Schwindegg, Buchbach, Ampfing, Oberbergkirchen, Schönberg und Neumarkt-Sankt Veit eine Grundlage für das Projekt bilden.

 

Den Mitgliedern des Gemeinderats besonders wichtig: Das Angebot soll für die Nutzer attraktiv sein. „Der Kunde zahlt einen Kilometerpreis plus den Zeitfaktor“, so Buchner. Die Kommunen entscheiden hierbei mit, wie günstig oder teuer das Angebot gestaltet werden soll. Auch soll die Gemeinde sich Gedanken machen, welches Fahrzeug sie nutzen wollen, ob noch weitere Ladesäulen gebraucht und auch E-Bikes und Scooter mitaufgenommen werden.

 

Die Kick-off-Veranstaltung zum Förderprojekt findet bereits in zwei Wochen statt. Am 6. Februar soll es nach einer Pressekonferenz ein Arbeitstreffen mit den Kommunen geben. Der Beschluss, an dem Sharing-Förderprojekt teilzunehmen, wurde auf Antrag von Hans Urban (CSU) um einen Zusatz ergänzt: Noch in diesem Jahr sollen Fahrzeug und Buchungsplattform vorhanden sein.

 

JF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren