Es ging ums klimaneutrale Heizen

Gemeinderat Haag diskutierte über eine verbindliche Vorgabe zu CO2-neutralen Heizungen

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Einige Länder in Europa verbieten Ölheizungen bei Neubauten komplett. Auch Gasheizungen sind nicht klimaneutral. Dabei gibt es inzwischen genügend Konzepte für CO2-neutrales Heizen. Deshalb stellte Umweltreferent Hans Urban im Namen der CSU-Fraktion im Haager gemeinderat den Antrag, in der Bauleitplanung eine verbindliche Vorgabe CO2-neutraler Heizungen umzusetzen sowie eine generelle solare Baupflicht einzuführen.

Über Kaufverträge und Vorgaben im Bebauungsplan können Öl- und Gasheizungen bei Neubauten verboten und stattdessen eine Baupflicht von Solarthermie oder Photovoltaik-Anlagen umgesetzt werden. „Der CO2-Ausstoß wird immer mehr“, kritisierte Umweltreferent Hans Urban (CSU). Die Gewinnung von Wärme stelle auch im privaten Bereich einen großen Anteil daran dar. „Wir müssen irgendwo anfangen.“ Bereits mehrere Gemeinden hätten sich für ein solches Vorgehen entschieden. In Moosburg gebe es beispielsweise einen aktiven Verein, der das Vorhaben vorantreibe.

 

Die Mitglieder des Gemeinderates zeigten sich von dieser Vorgehensweise nicht begeistert. „Ich sehe Schwierigkeiten dabei, ein Muss zu schaffen“, so Stefan Ott (PWG) Er sieht stattdessen eine Förderung für erneuerbare Energien als guten Ansatz. Auch Egon Barlag (FW Haag) und Herbert Zeilinger (WFH) sprachen sich gegen das Zwangsmodell aus. „Es muss etwas gemacht werden“, stimmte Josef Hederer (PWG) dem Antrag zu, allerdings hält auch er Verbote nicht für den richtigen Weg. Bürgermeisterin Sissi Schätz stellte klar: „Wir wollen keine Vertragsstrafen, sondern Anreize schaffen.“ In Neubaugebieten seien Solar-, Pellets- oder Hackschnitzelheizungen inzwischen sowieso die vorgezogene Lösung. „Mit einer Förderung können wir Althausbesitzer ebenso unterstützen wie Neubaugebiete.“

 

„Wir wollen alle prinzipiell in die gleiche Richtung“, stellte Stefan Högenauer (CSU) in der Diskussion fest. Der Weg sei aber ein anderer. Gas sei schlimmer als Braunkohle, klärte Urban auf. Es ginge bei den Vertragsstrafen nicht darum, „einzukassieren“, sondern die Klimaziele zu erreichen. „Die Gemeinde sollte ein Zeichen setzen“, fand auch Bernd Schneider (CSU).

 

Die Verwaltung stellte neben der Vorgabe CO2-neutraler Heizungen einen alternativen Beschluss zur Abstimmung. So soll ein Fördermodell für die erstmalige Herstellung klimaneutraler Heizungen sowie der Wechsel von Heizungen mit fossilen Energieträgern auf CO2-neutrale Heizungen entworfen werden. Statt einer generell solaren Baupflicht soll eine kostenlose Energieberatung zur Verfügung gestellt und beispielsweise im Einkaufshelfer beworben werden. Die Alternativvorschläge fanden große Zustimmung im Gemeinderat.

 

Energieberatung ist laut Hans Urban allerdings nicht genug. „Ganze Kontinente brennen, ich kann nicht verstehen, dass ihr gegen die Anträge steuert.“ Schätz stellte klar: „Wir haben für dasselbe Ziel abgestimmt, nur wollen wir es mit anderen Mitteln erreichen.“

JF

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