Neues Hebammenhaus eröffnet

Damit hat Wasserburg die am stärksten wachsende Geburtshilfe der Region

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Das Geschenk, das Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl zur Eröffnung des neuen Hebammenhauses mitbrachte, hatte durchaus Symbolcharakter: Ein Wasserkocher. Denn bei Tee oder Kaffee eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, versinnbildlich eine Hauptaufgabe des neuen Hauses: Ein niedrigschwelliges Angebot für Frauen, die dringend eine Beratung brauchen oder keine Hebamme für Vor- und Nachsorge gefunden haben.

In dem Gebäude gleich gegenüber des Haupteinganges des Wasserburger Krankenhauses werden auf rund 100 Quadratmetern Geburtsvorbereitungs- Rückbildungs- und Säuglingspflegekurse stattfinden. Eingerichtet ist das Haus mit einem Kursraum, eine Büroküche, einem Behandlungsraum, einem Babytreff und Toiletten.

An vier Vormittagen pro Woche wird das Haus mit Hebammen besetzt sein, um einerseits die Geburtshilfe im Kreißsaal von den vielen telefonischen Anfragen zu entlasten, um aber andererseits eine Anlaufstelle zu sein für Frauen, die dringend eine Hebammenberatung oder eine Untersuchung benötigen oder noch auf der Suche nach einer Nachsorgehebamme sind.

Dass dieses Angebot notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2019 sind in der RoMed-Klinik Wasserburg 841 Kinder zur Welt gekommen, eine Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.

Mit dem Hebammenhaus wird außerdem die Versorgung von Schwangeren und Familien noch weiter verbessert, womit die Innstadt vom Hebammennotstand weiterhin nicht betroffen ist. Denn über die Jahre haben es Bund und Freistaat versäumt, gemäß einer europaweiten Richtlinie genug Hebammen auszubilden. Dazu kommen noch die Kreißsaalschließungen: Gab es 1991 in Deutschland noch 1186 Kliniken, in denen Geburten möglich waren, waren es 2017 nur noch 672.

Mit dem Förderprogramm „Zukunft Geburtshilfe“ wurden die Umbau- und Renovierungskosten des neuen Hauses in Höhe von rund 30.000 Euro gefördert.  Mit diesem Förderprogramm  sollen zum einen die Hebammen im Kreißsaal entlastet werden, zum anderen die Wochenbettbetreuung verbessert werden.

14 Hebammen gibt es derzeit am Wasserburger Krankenhaus, von denen elf in der Geburtshilfe tätig sind und drei Kurse anbieten oder Hausbesuche machen.

Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr ist künftig eine Hebamme telefonisch erreichbar (0174 / 206 10 17) und Koordinierungshilfe sowie Organisations- und Fachberatung leistet. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter eingeschaltet, der regelmäßig abgehört wird.

Klinikseelsorger Alfred Schott segnete schließlich das neue Haus.

Foto oben:  Freuen sich über ihr neues Haus (hintere Reihe von links): Die Hebammen Ines Cieslak, Caroline Schierle, Sabina Klein, Marianne Wittmann, Christina Dehmel. Vorne von links: Erika Diller, Brigitte Meilinger, Elisabeth Friedrich, Christina Jung.

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