Morgen Abend zählt’s

Wer schafft es in die Play-Offs: Der EHC Waldkraiburg oder Peißenberg?

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Es zählt am morgigen Dienstag für den EHC Waldkraiburg, um in die Play-Offs zu gelangen: Nach einem 6:4-Sieg der Eishockey-Löwen über den TSV Peißenberg, gab’s am gestrigen Abend leider ein bitteres 3:4 in Peißenberg. Das heißt, am morgigen Dienstag fällt in Waldkraiburg ab 20 Uhr die Entscheidung, wer eine Runde weiter darf – oder für wen die Saison beendet ist.

Der Bericht zum Sieg in Spiel eins …

Die Löwen erwischten, wie so oft in dieser Saison, keinen Auftakt nach Maß. Nachdem die Teams aus der Phase des Beschnupperns heraus waren, klingelte es bereits im Gehäuse von Kevin Yeingst. Peißenbergs Dominik Ebenteuer verwandelte, von der blauen Linie zum 0:1 für die Eishackler. Dieses frühe Gegentor verunsicherte die Löwen jedoch nur kurz.

Nur dreieinhalb Minuten später egalisiert Nico Vogl, der an diesem Abend erneut auffällig spielt, auf Vorlage von Fabian Kanzelsberger, in einem Alleingang das Ergebnis und läutet das Tore schießen für Waldkraiburg ein. In der siebten Spielminute verweilt der Ober-Verteidigungslöwe Mathias Jeske auf der Strafbank, als Josef Straka die Eishackler entscheidend im Spielaufbau stört und sich an der gegnerischen blauen Linie den Puck schnappt. Einen kurzen Lauf später, lässt er dem Ex-Löwen Sertl im Tor der Eishackler keine Chance und verwandelt rechts unten zur 2:1 Führung für die Industriestädter.

Auch das nächste Tor im Spiel sollte auf der Seite der Löwen fallen und wieder waren die Waldkraiburger dabei in Unterzahl. In der 14. Spielminute lässt Waldkraiburg Peißenberg nicht ins geordnete Überzahlspiel kommen. Immer wieder wird erfolgreich gestört und der Puck sogar bis in das Spieldrittel der Eishackler getragen. Eine dieser Situationen nutzt Leon Judt nach einem selbst initiierten Zusammenspiel mit Michael Trox erfolgreich zum 3:1.

Nach diesem erneuten Treffer hatten die Löwen ihr Polster aufgebaut und fühlten sich augenscheinlich sicher, möglicherweise ein wenig zu sicher, denn die nächsten Minuten bis zum Ende des Drittels, kehrte die Unruhe in der Verteidigung ein, die es den Eishacklern ermöglichte, wieder ins Spiel zurück zu finden und sich die Türe offen zu halten. Durch Markus Andrä in der 16. Minute und kurz vor Ende des ersten Durchgangs durch Dominik Ebentheuer, durften die Gäste mit den Toren zwei und drei den Spielstand wieder ausgleichen und noch einmal Hoffnung für das Spiel schöpfen.

Das zweite Drittel begann für die Löwen mit einem Wechsel auf der Torhüterposition. Kevin Yeingst, der sich in den ersten 20 Minuten drei Tore einfing, machte Platz für seinen jüngeren Kollegen Christoph Lode, der bereits in der Vorwoche bei den Black Hawks in Passau eine überragende Leistung zeigen konnte. Spielerisch begannen die Löwen dieses Drittel besser sortiert als zum Ende des ersten.

So kam es, dass sich bereits früh die ersten Möglichkeiten auftaten. Doch weder Kanzelsberger der es von der blauen Linie versuchte noch Vogl oder Straka konnten in dieser Situation den Spielstand zugunsten der Löwen verändern. Ausgehend von einer Verteidigungssituation im eigenen Spieldrittel, war es wieder ein Konter, der Waldkraiburg zum nächsten Treffer des Spiels verhalf. Ein kluger Pass von Felix Lode öffnete das Spielfeld für Leon Decker, der einmal quer über das Eis bis zum Tor von Korbinian Sertl lief und durch dessen Beine die Scheibe links unten versenkte. Abgesehen von den gellenden Pfeifkonzerten, die in einigen Phasen des zweiten Drittels auf das Schiedsrichtergespann niederregneten, konnte man auf dem Eis mitunter eine muntere Partie Eishockey erleben.

In der elften Minute sah man in Unterzahl erst einen Angriff von Nico Vogl, der mit dem Puck am Torpfosten endete und im direkten Gegenzug einen Spielzug von Brandon Morley auf Peißenberger Seite, der ebenfalls sehr knapp am Gehäuse von Christoph Lode vorbeizog. Kurz vor Ende des zweiten Durchgangs wird Josef Straka bei seinem Zug aufs Tor der Gäste entscheidend behindert und bekommt einen Penalty zugesprochen. Diesen versucht er durch die Beine von Korbinian Sertl zu legen, doch der schließt diese Tür und lässt Straka nicht hinein.

Der dritte Durchgang ist zuerst ebenso von den Löwen geprägt wie bereits der zweite. So durften die Fans in der Raiffeisen-Arena erneut einen kuriosen Treffer der Latte durch einen von Leon Judt abgefälschten Schuss erleben, der zuerst das Metall traf, dann an der Torlinie der Eishackler entlangglitt, bevor der Verteidiger ihn schlussendlich klären konnte. In der 46. Minute dann ein langer und präziser Pass von Fabian Kanzelsberger über zwei Linien in den Lauf von Nico Vogl.

Dieser kann nahezu ungehindert auf das Tor der Gäste zulaufen und zum zweiten Mal an diesem Abend bei seinem alten Mannschaftskollegen Sertl ein Tor erzielen. Nur drei Minuten später sehen die Zuschauer einen Konter, gespielt von Leon Judt und Michael Trox, die allein auf das Gästetor fahren. Diesen Angriff können die Löwen nicht in ein Tor ummünzen, schaffen aber ungewollt die Gegenkonter-Situation für Peißenberg, mit der Brandon Morley, nach erfolgreichem Abschluss, den Spielstand noch einmal eng aussehen lassen wird. Mit diesem 5:4 und der Hoffnung im Rücken, drücken die Peißenberger Spieler noch einmal auf das Gaspedal und drängen die Löwen gegen Ende des Spiels in das eigene Spieldrittel.

Auch Korbinian Sertl wird zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen. Genützt hat es nichts; 20 Sekunden vor Ende des Spiels, packt Tomas Rousek nach gewonnenem Bully seine Geometriekenntnisse aus und spielt – Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel sei Dank, den Puck über die Bande und das gesamte Spielfeld ins leere Tor zum 6:4 Endstand und zum 1:0 in der Serie.

Der Bericht zur Niederlage gestern in Spiel zwei:

Ein in den ersten Minuten erneut hitziges Bayernliga Pre-Play-Off-Spiel fand am vergangenen Sonntag in Peißenberg mit einem knappen 3:4 (3:2/0:0/1:1) das bessere Ende für die Eishackler aus dem Kreis Weilheim-Schongau. Somit steht es fest, es kommt bis zum Äußersten, dem dritten Spiel der Serie, in welchem sich entscheidet welche Mannschaft im Play-Off-Viertelfinale auflaufen wird und für wen die Saison beendet ist. Dieses Spiel findet am Dienstag den 10.03.2020 um 20 Uhr in der Raiffeisen-Arena Waldkraiburg statt.

Eigentlich nahezu alles Aufregende, dass sich an diesem Eishockeyabend in Peißenberg ereignen sollte, pressten beide Mannschaften in die ersten zehn Minuten des ersten Spielabschnitts. So gab es insgesamt zehn Strafminuten auf Seiten der Löwen, dem standen ganze 16 Minuten bei den Eishacklern gegenüber, wovon jedoch eine Strafe, eine zehnminütige Disziplinarstrafe war. So war es keine Überraschung, dass auch der Großteil der Tore in diesen ersten zehn Minuten fallen sollten, ganze fünf Stück zählte die Anzeigetafel nach neun Minuten und 36 Sekunden.

Den Start machte in der zweiten Spielminute Tomas Rousek, der auf Zuspiel von Michael Trox und Leon Judt das vom mitgereisten Löwen-Anhang umjubelte 1:0 erzielen konnte. Trotz der erneuten Dezimierung um zwei wichtige Spieler, Felix Lode wurde nach einem rüden Foul gegen den Kopf im ersten Spiel vorsorglich nicht aufgestellt, Patrick Zimmermann fehlte aufgrund seiner Matchstrafe vom Freitag, sah man den Löwen im ersten Drittel einen gewissen Schwung an.

Wo jedoch viel Schwung ist, ist es schwerer zu bremsen, so kam es auch auf der Seite der Waldkraiburger zu einer frühen Strafe durch Lukas Wagner, die nur 15 Sekunden später mit dem Ausgleich durch Brandon Morley bestraft wurde. Nur 45 Sekunden später jubelten die Eishackler erneut. Dieses Mal war die Anzahl der Feldspieler ausgeglichen, der Spielstand nach dem Tor von Maximilian Malzatzki jedoch nicht, es stand nun 2:1.

Auch dieser Spielstand sollte jedoch nicht lange bestehen. Ein erneutes Powerplay für die Industriestädter brachte Mathias Jeske auf Vorlage von Straka und Huber in Schussposition zum 2:2. Fast vier Minuten lang sollte kein weiteres Tor fallen, Strafen jedoch hagelte es, vor allem auf der Gästeseite, sodass die Löwen in der zehnten Minute mit zwei Spielern weniger auf dem Eis agieren mussten. Diese Überzahl nutzten die Eishackler gekonnt aus und erzielten den 3:2 Pausenstand.

Das zweite Drittel oder vielmehr rund 15 Minuten davon, war eines zum Vergessen für den EHC Waldkraiburg. Die gute Nachricht: Man hat kein Tor kassiert, auch wenn dies aufgrund des mangelnden Angriffs und der Tatsache, dass Peißenberg, bis auf wenige Entlastungen, sich hauptsächlich im Waldkraiburger Drittel aufhielt, sogar verdient gewesen wäre.

Doch Kevin Yeingst, der nun etwas sicherer stand und die Waldkraiburger Verteidigung, die aufgrund der Ausfälle nun drei gelernte Stürmer beinhaltete, hielt stand und ließ keinen Gegentreffer zu. Torchancen die, zum Ende hin für Waldkraiburg doch wieder vorkamen, endeten ohne Effekt in der Fanghand von Peißenbergs Sertl.

Der dritte Durchgang gestaltete sich allgemein wieder ausgeglichener, auch wenn vorerst kein weiteres Tor fallen sollte. Möglichkeiten waren vorhanden, eingeläutet von einer Vogl-Wagner-Großchance die am Pfosten von Korbinian Sertl endete. In der Folge kamen die Löwen in Form von Vogl, Wagner, Rousek, Straka oder Tobias Jakob, der aus der „Oans Bee“ mitgenommen wurde, immer wieder vor das Eishackler-Tor, doch entweder hieß die Endstation Korbinian Sertl oder ein Verteidiger brachte immer noch einen Schläger dazwischen.

Dasselbe galt jedoch auch für Peißenberg. Die Gastgeber wollten das Ergebnis in trockene Tücher wickeln, scheiterten jedoch auch an Yeingst oder der Löwen-Verteidigung, die sich mittlerweile von Spiel zu Spiel neu erfinden muss. In der 51. Minute dann der Funke Hoffnung der Spielern und Anhang fehlte. Michael Trox läuft alleine auf das Tor zu, überlegt ob er Korbinian Sertl ausspielen soll und entscheidet sich für einen Gewaltschuss aus kürzester Distanz, der den Löwen das zwischenzeitliche 3:3 beschert.

Dieser Ausgleich war ein Weckruf für die Gastgeber aus Peißenberg die gleich im Anschluss mit Mann und Maus stürmten und somit erneut mehr Druck auf das Tor der Löwen ausübten. So schaffte Lukas Novacek in der 57. Minute den Siegtreffer und Peißenberg hielt seine Hoffnung auf das Viertelfinale noch zwei Tage länger am Leben.  

aha
Foto: Paolo Del Grosso

 

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