„Eigentlich ist es der Supergau”

Was bedeutet der Shutdown für die Haager Geschäftswelt?

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Die Welt befindet sich im Griff des Corona Virus und unser aller Leben ist massiven Einschränkungen unterworfen. Auch Haag vermeldet inzwischen die ersten Corona-Fälle und bleibt damit leider auch nicht vor der Pandemie verschont. Es herrscht seit dem allgemeinen Shutdown ebenfalls Stillstand. Diese Maßnahme ist medizinisch absolut notwendig, doch was macht dieser Ausnahmezustand eigentlich mit den Haager Geschäften? Wir haben einige Inhaber zu diesem Thema befragt. Den Anfang macht die Czap OHG.

Wie würden Sie die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens im Moment beurteilen?

Die derzeitige wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens ist sehr angespannt. Eigentlich ist es der Supergau. Nachdem wir eine dreijährige Generalsanierung und großzügigen Umbau mit sehr viel Kapital-, Arbeits- und Disziplineinsatz hinter uns haben, konnten wir gerade anfangen, etwas zu verschnaufen.

 

Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um?

Dennoch gehen wir positiv mit der Situation um: Kein Schaden, ohne Nutzen. Wir müssen uns jetzt alle wieder etwas zurücknehmen, in jeder Hinsicht. Momentan sind die Familie und das Zuhause die essentiellen, zentralen Dinge. Lesen, spielen, zusammen kochen und spaziergehen, Dinge für die sich doch viele in den letzten Jahren immer weniger Zeit genommen haben. Nach der Krise werden wir Vieles wieder mehr zu schätzen wissen, was für uns selbstverständlich geworden ist wie zum Beispiel. Restaurantbesuche. Auch die Gesellschaft hält jetzt mehr zusammen und dieses WIR-Gefühl kann man spüren.

 

Welche Hoffnungen und/oder Befürchtungen haben Sie für die Zukunft?

Ich habe Angst, dass wir noch länger unseren Laden geschlossen lassen müssen. Länger als vier Wochen wäre katastrophal, der Liquiditätsengpass wird immer größer und die Stimmung im Team sinkt von Woche zu Woche. Des Weiteren befürchte ich, dass der Online-Handel noch mehr wächst und Großkonzerne wie Amazon noch mehr an Marktmacht gewinnen werden. Umso länger der Kunde auf bestimmte Läden verzichten muss, umso gefährlicher wird es, dass diese dann später nicht mehr frequentiert werden. Drogeriemärkte dürfen das gesamte Spektrum, auch Spielwaren, ohne Einschränkungen verkaufen und wir Fachhändler müssen komplett schließen. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Meine Hoffnung ist, dass der Kunde die schwere Situation der kleinen Unternehmen erkennt und diese mehr denn je unterstützt, indem er nicht Online kauft. Auch hoffe ich, dass das neu entstandene Wir- und Mitgefühl anhält und dass das Regionale im Zentrum bleibt.

 

Welche Maßnahmen halten Sie jetzt für notwendig, um das Fortbestehen Ihres Unternehmens in dieser schwierigen Lage zu gewährleisten?

Für das Fortbestehen des Unternehmens ist die Liquidität ein zentrales Thema. Hierzu habe ich das gesamte Spektrum an finanziellen Staatshilfen beantragt. Die sind zu unserer großen Erleichterung auch schon erfolgt. Für mich ist die Nähe zum Kunden gerade in dieser schweren Zeit sehr wichtig. Deshalb sind wir den ganzen Tag telefonisch erreichbar, beraten auch mit Hilfe von FaceTime. Der Buch-Onlineshop wird sehr gut genutzt, die Kunden können auch Bestellungen persönlich in einer kontaktlosen Schleuse abholen. Wir informieren außerdem aktuell verstärkt über Facebook und aktualisieren ständig unsere Homepage.

Vor Ostern setzen wir auf unseren Osterhasenexpress und liefern nach Hause.

 

Michaela Schneider

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