Das viel zitierte „Nach Ostern” ist da …

Stark Corona-betroffenes Bayern weiß: Müssen sorgsam und klug mit Lockerungen vorgehen

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Können auch bei uns kleinere Läden wieder öffnen? Kommt der verpflichtende Mundschutz für alle? Bleiben wir im kollektiven Home-Office? Und nicht nur die Eltern und Kinder fragen sich ganz besonders, wie es mit den Schulen, Kindergärten und Kitas ab dem nächsten Montag, 20. April, weitergeht. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml stellte am gestrigen Ostermontag klar: Es sei einem Vierjährigen sicher schwerer zu erklären, dass er Abstand halten solle und einen Mundschutz tragen müsse, als älteren Kindern. Und ohne den Schutz des pädagogischen Personals zu gewährleisten, könnte das System nach einer raschen Wiederöffnung schnell kollabieren. Am morgigen Mittwoch nun – 15. April – wollen die Ministerpräsidenten ganz Deutschlands mit Kanzlerin Angela Merkel über die Zukunftsperspektiven für die Lockerungen beraten. Bayern wird hier vermutlich einen anderen Weg gehen. Müssen …

Denn im stark Corona-betroffenen Bayern muss die Skepsis leider größer sein.

Man dürfe die Beschränkungen nicht zu früh lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen, betonte so auch Ministerpräsident Söder erneut. „Nach Ostern” – also ab heute – werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt, bestätigte der 53-Jährige. Und Ministerin Huml mahnte, man müsse die Debatte über mögliche Lockerungen sehr sachte führen. „Es nützt keinem, wenn die Zahlen wieder hochschnellen. Deswegen müssen wir sehr sorgsam vorgehen.“

Gerade bei den Schulen müsse man „sehr klug überlegen und sehr sensibel damit umgehen”. Söder sagte weiter, man wolle erreichen, dass die Abschluss-Klassen eine Möglichkeit haben, diese zu bestehen.

Aus dem bayerischen Kultusministerium hieß es, alles auf einmal wieder hochzufahren, sei sehr anspruchsvoll. Denkbar sei daher eher ein Stufenplan …

Die Weltgesundheitsorganisation hat zudem ebenfalls zu äußerster Umsicht bei der Lockerung strenger Maßnahmen geraten. Jetzt sei die Zeit für Wachsamkeit. Jetzt sei die Zeit sehr, sehr vorsichtig zu sein. Wer erste Schritte zurück zur Normalität gehe, müsse mehrere Bedingungen erfüllen. Vor allem Tests, Tests und noch mal Tests: Ausschlaggebend sei, die Infizierten schnell zu identifizieren und dann isolieren zu können. Das Coronavirus breite sich schnell aus – und weiche leider sehr langsam.

Der Deutsche Lehrerverband rechnet derweil NICHT damit, dass der Schulbetrieb nach den Osterferien wieder regulär aufgenommen wird. Jetzt werde dringend auf klare Ansagen und Planungssicherheit gewartet. Selbst ein schrittweises Hochfahren gehte nicht von heute auf morgen. Schulen brauchen etwa eine Woche Vorlauf, um sich darauf vorzubereiten, so der Lehrerverband.

Auch wenn nur Abschlussschüler in die Schulen kämen, müssten Abstandsregeln in den Klassenzimmern eingehalten und daher Klassen geteilt werden. Außerdem müssten Hygienestandards eingerichtet werden. Noch fehle es in Schulen an Desinfektionsmittel und beispielsweise Masken.

Es gelte, viele Fragen zu klären: Wie macht man es mit den Bussen, wie wird am Pausenhof eine Gruppenbildung verhindert? Schüler und Lehrer müssten gut eingewiesen sein, sonst könne es nicht wieder losgehen.”
Außerdem müssten die Gruppen – sowohl bei den Schülern, als auch bei den Lehrern – identifiziert werden, für die das Coronavirus besonders gefährlich werden könnte. Man habe zu wenig Informationen darüber, welche Lehrer, welche Schüler und welche Eltern Vorerkrankungen haben …

 

 

 

 

 

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