„Wir brauchen jetzt unsere Kunden”

Ein Gespräch mit Martin Sax über die wochenlange Schließung der Geschäfte

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Zwar dürfen die kleineren Geschäfte ab kommender Woche wieder öffnen – zur Normalität hin ist es aber noch ein weiter Weg. Wie haben sich Corona-Krise, Ausgangsbeschränkung und Geschäftsschließung auf den Haager Einzelhandel ausgewirkt? Das wollten wir von Haager Geschäftsleuten wissen. Der nächste in der Runde ist Martin Sax von „Schuh und Sport Georg Sax”.

Wie würden Sie die wirtschaftliche Situation Ihres Unternehmens im Moment beurteilen?

Sicher ist es momentan nicht ganz einfach. Die komplette Kollektion für Frühjahr und Sommer ist ausgeliefert, also haben wir die Schuhe im Haus, die Lieferanten sind bezahlt. Die Auswahl wäre für die Kunden in den vergangenen Wochen am größten gewesen und speziell bei dem aktuell schönen Frühlingswetter wären sicher viele Eltern froh, wenn speziell die Kinder passende Schuhe bekommen könnten. Bis kommenden Montag ist die einzige Möglichkeit, aktuell Schuhe zu kaufen, online. Zum Glück haben wir unsere Hausaufgaben schon erledigt und über www.schuh-sax.de unseren neuen Online-Shop parat. Wir liefern bis zu 20 Kilometer um Haag persönlich, schnell und kontaktlos aus, das kommt bei den Kunden super an. Auch liefern wir Schuhe über Online-Plattformen deutschlandweit aus, wichtiger ist aber, dass Kunden jetzt lokal und regional die Händler in allen Branchen mit Einkäufen unterstützen, denn die sind nach der Krise auch wieder persönlich mit allen Serviceleitungen für die Kunden da.

 

Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um?

Da war und ist ein spezieller Service gefragt: Mit unserem Lieferservice können wir Kunden aktuell schnell beliefern. Wir sind auch täglich von 9 bis 12 Uhr telefonisch unter 08072/552 erreichbar, um Kundenbestellungen aufzunehmen und Fragen zum Online-Shop zu klären.

 

Welche Hoffnungen und/oder Befürchtungen haben Sie für die Zukunft?

Die Hoffnung ist, dass ein Ruck durch die Gesellschaft geht: Jeder soll sich noch mehr bewusst werden, wo er seine Sachen kauft und sich genau überlegt, wen er mit seinen Einkäufen am besten unterstützen kann, egal welche Branche. Das geht los beim Bäcker bis zur Bratpfanne, von der Uhr bis zur Mode, vom Elektroartikel bis zum Radl. Sicher wird das eine oder andere Geschäft nach der ganzen Krise nicht mehr da sein, ich bin aber guter Hoffnung, dass die lokalen und regionalen Geschäfte gut da durch kommen.

 

Welche Maßnahmen halten Sie jetzt für notwendig, um das Fortbestehen Ihres Unternehmens in dieser schwierigen Lage zu gewährleisten?

Die staatlichen Unterstützungen sind nett, können aber die Verluste in vielen Branchen nicht auffangen. Viele brauchen jetzt eine gute Hausbank, um die Zeit zu überbrücken und ab Montag braucht es viele nette Kunden, die die Geschäfte mit ihren Einkäufen unterstützen, dann kann das Positive überwiegen.

 

Michaela Schneider

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