„Vergebene Chance in schwieriger Zeit”

Herbstfestverein nimmt Stellung zu Gemeinderatssitzung - Herbstfest heuer abgesagt

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In der jüngsten Sitzung des verkleinerten Krisengemeinderates in Haag hat eine knappe Mehrheit der anwesenden Gemeinderäte mit Bürgermeisterin Sissi Schätz am Dienstagabend den Antrag auf Bezuschussung des neuen Haager Herbstfestvereins von der Tagesordnung gestrichen (wir berichteten). „Damit wurde eine Gelegenheit für ein wichtiges Signal an die Bevölkerung verpasst”, sagt Dr. Stephan Dörfler, der Vorsitzende des Herbstfestvereins, der heute Stellung zur Sitzung des Gemeinderates nahm.

„Der Kontrast hätte nicht größer nicht sein können: Nachdem am Dienstagmorgen in München Ministerpräsident Söder (CSU) und Oberbürgermeister Reiter (SPD) parteiübergreifend geeint vor die Presse traten, um das schmerzvolle Aus für das Oktoberfest 2020 zu verkünden, nimmt man in Haag den Punkt Herbstfest kurzerhand von der Agenda, ohne den hierfür eigens gegründeten Verein auch nur einen Satz zur Sache sagen zu lassen”, bedauert Dr. Dörfler. Die Bürgermeisterin Sissi Schätz und die Gemeinderäte Dr. Wolfgang Weissmüller, Josef Hederer, Eva Rehbein und Egon Barlag hätten damit ganz bewusst die Chance ausgeschlagen, Verantwortung in dieser schwierigen Zeit zu übernehmen und gemeinsam mit dem Verein das Haager Herbstfest 2020 abzusagen.

 

Dr. Dörfler weiter: „Die Vorstellung des im Februar gegründeten Haager Festvereins in dieser Gemeinderatssitzung war schon lange geplant. Die Zielsetzung war, die kommunale Unterstützung für den Festverein und das Herbstfest abzustimmen.” Vom Verein sei ein Kostenkonzept erarbeitet worden, das die im Herbst genannten Kosten deutlich gesenkt hätte.

„Nach der Absage des Oktoberfestes war uns allen im Verein klar, dass es heuer kein Herbstfest geben wird. Bereits im März hat der Verein wegen der Corona-Krise eine gewährte Abschlagszahlung der Gemeinde zurücküberwiesen. In der Gemeinderatsitzung sollten nun Weichen für eine Zeit nach der Krise gestellt werden. Dass die Schaffung einer Perspektive ratsam ist, zeigen die derzeitigen Bemühungen der Politiker aller Lager, den Schaden für das ausgefallene Oktoberfest in München zu begrenzen.”

Natürlich sei ein Vergleich mit dem Oktoberfest gewagt, „aber während man sich in München der wirtschaftlichen Bedeutung der Wiesn bewusst ist, sprechen in Haag einige Gemeinderäte dem Herbstfest sogar jegliche wirtschaftliche Bedeutung ab. Das ist nicht nur ein Schlag in das Gesicht derjenigen, die das Fest in der Vergangenheit mit viel Liebe und Engagement aufgebaut haben, sondern auch in das der Handwerksbetriebe, Brauereien sowie der über 400 Beschäftigten, die direkt oder indirekt am Herbstfest mitwirken. Von den Besuchern und der Kaufkraft, die das Fest in den Ortskern nach Haag bringt, ganz zu schweigen”, so der Vereinsvorsitzende weiter.

 

Nachdem eine große Auftaktveranstaltung des Haager Festvereins aufgrund der Krise entfallen musste, wurden bereits einzelne Impulse geplant, die die Menschen in dieser Zeit aufmuntern und gleichzeitig in den Ort locken sollten. „Für den Einzelhandel in Haag wäre das aktuell dringend nötig und würde über die Region hinaus Anerkennung für die gute Zusammenarbeit von Gewerbe, Vereinen und Kommune in Haag bringen. Leider geht das ohne eine ideelle und für die Ausrichtung des Festes dann auch finanzielle Unterstützung nicht.”

Der Haager Festverein bedauere die Entscheidung von Sissi Schätz und dem Gemeinderat, dem Verein in dieser schwierigen Zeit nicht einmal Gehör zu schenken.  „Besonders in schwierigen Zeiten ist der direkte Austausch das beste Mittel, um flexibel, klug und weitblickend auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren.”

So bleibe es daher dem Haager Festverein alleine überlassen, die entscheidenden Schritte zu verkünden: „Das Haager Herbstfest wird im Jahr 2020 nicht stattfinden. Eine aktive Vereinstätigkeit und Mitgliederaufnahme wird erfolgen, sobald es von der Gemeinde ein klares, positives Signal gibt, dass das Haager Herbstfest weiterhin gewünscht ist.”

Dörfler sprach allen ein großes Vergelt´s Gott aus, die ihre Zeit ehrenamtlich in das Haager Herbstfest investierten, ebenso all denjenigen, die den Verein in dieser Zeit immer wieder motivierten und unterstützten. Besonders aber auch den Gemeinderäten, die sich für das Haager Herbstfest eingesetzt hatten.

 

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6 Kommentare zu “„Vergebene Chance in schwieriger Zeit”

  1. braucht se koana beschweren…es habtses doch wieder gewählt…jetzt dern olle so, ois wenn des ned abzusehen gewesen wäre, dass des nur Lippenbekenntnisse vor der Wahl waren…lächerlich

    Welcome to the fabulous Fad in Obb

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  2. Danke fürs neue Ehrenamt!
    Ihr seid alle ein Glücksfall für Haag, aber leider wird es nullkommanull gewürdigt.
    Jede andere Gemeinde und sogar manche Stadt wäre froh um so engagierte Leute!!
    Bleibts uns bitte erhalten–die Bevölkerung und das Umland steht hinter Euch!!

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  3. Ist ja schön wenn wir in Haag nur das Problem Herbstfest haben.
    In anderen Städten und Gemeinden müssen die Festwirte dafür bezahlen, dass sie ein Volksfest ausrichten dürfen – siehe die Stadt Dorfen, wo der Festwirt 70.000 Euro bezahlen muss!
    In Haag werden Steuergelder an einen Festverein bezahlt. Einzigartig !!!!

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  4. Ich finde es sehr traurig, das der gleiche Wahnsinn der letzte Jahre weiter geht. Schuld ist immer Frau Schätz, unabhängig davon ob oder wer welchen Antrag stellt. Sofort wird geschimpft, Artikel und Posts werden verfasst…. Wie war das noch im Wahlkampf? Man will zukünftig in Haag parteiunabhängig zusammenarbeiten? Nur leere Phrasen ALLER Parteien…. ach, aber da ist ja am Ende auch wieder Frau Schätz schuld… Ist ja auch einfacher immer die Schuld auf andere zu schieben als selbst das Hirn einzuschalten…

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  5. Hä? Freie Meinungsäußerung? Berechtigte Kritik? Wo samma denn?
    Vor der Wahl wurde gar nichts in der Richtung unternommen.
    Es hätte einige unangenehme Wahrheiten zu posten gegeben, die das Wahlergebnis definitiv verändert hätten.
    Macht’s ehrliche Politik wie in den Nachbargemeinden!!
    Es geht nämlich!

    Bernd sollte sich mal informieren bevor er sich als Volksfestversteher darstellt.
    Sorry – aber nirgends(!) bleibt beim Fest was über außer bei den ganz Großen.

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  6. Du bist ja ulkig Bernd.
    Geh mal mit Deinen Kumpels nach Dorfen, Gars, Waldkraiburg, Isen, Kraiburg, Hohenlinden und Haag aufs Volksfest.
    Ed gibt nur eines auf welches Sie nächstes Jahr wieder wollen! 1000 Pro.
    Qualität kostet und ist’s wie immer im Leben auch wert.
    Sichere, authentische Kultur die sich die Gemeinde lockerst mit ca1.- je Gast leisten könnte.
    Bin zwar nicht aus Haag, aber wie ich rauslese wurde für Markfest, Turmfest und wird wohl für das Kino viel mehr als dieser Betrag je Gast verballert.
    Außer das Kino bekommt weit mehr als 1 Million Besucher bis zur nächsten Renovierung.
    Mir hat schon vor Jahren jemand einen Tipp gegeben: ‚ Lass Dich ned anlügen Gascher- die Problematik mitm Haager Herbstfest liegt im persönlichen Bereich!‘
    Damals hab ich noch gelacht, aber inzwischen hab ich’s glaub kapiert.
    Über 80.000 Leute und v.a. viele Kinder als Spielball persönlicher Fehden zu missbrauchen muss sofort aufhören!
    Naja- ist ja Euer Fest.
    Obwohl ich mein Garser schon wackeln sehe, gebe ich die Hoffnung auf Vernunft in Haag nicht auf und gehe derweil aufs super neue Wasserburger Frühlingsfest.
    Falls uns Frau Corona überhaupt mal ein Fest überlässt.
    Bleibts alle gesund

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