„In Krisenzeiten andere Prioritäten”

Bürgermeisterin Sissi Schätz und vier Gemeinderäte nehmen Stellung zur Kritik des Haager Festvereins

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Zur Kritik des Haager Festvereins an der Streichung des Tagesordnungspunktes „Übernahme Defizit Herbstfest” bei der jüngsten Sitzung des Ferienausschusses (Foto), haben gestern Bürgermeisterin Sissi Schätz und die Gemeinderäte Dr. Wolfgang Weißmüller, Josef Hederer, Eva Rehbein und Egon Barlag Stellung genommen. Anlass des Tagesordnungspunktes sei nicht die Entscheidung über die Ausrichtung des Herbstfestes gewesen, wie die Aussagen des Festvereins suggerierten, sondern die Finanzierung der Durchführung durch die Gemeinde. Weiter heißt es wörtlich: 

  • „Der Haager Festverein hatte eine Defizitübernahme durch den Markt Haag für drei Jahre in unbestimmter Höhe beantragt, um das Herbstfest durchführen zu können. Das bedeutet eine unlimitierte Bürgschaft. Für ein Herbstfest im normalen Rahmen wurden die Kosten auf 116.000 Euro geschätzt. Zur Vorfinanzierung sollten monatliche Abschlagszahlungen in Höhe von 10.000 Euro geleistet werden.
  • Vom Haager Festverein wurde im Vorfeld der Sitzung nicht an die Gemeinde herangetragen, das Herbstfest anlässlich des Sitzungstermins gemeinsam mit der Gemeinde abzusagen. Der gegenteilige Vortrag von Dr. Dörfler, Vorsitzender des Festvereins, entspricht auch hier nicht den Tatsachen.
  • Unser Votum, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und zu einem späteren Zeitpunkt zu behandeln, ist gerade ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein in der Corona-Krise. Es wäre verantwortungslos, den Fokus im Umgang mit Steuergeldern in erheblicher Höhe nur auf eine Veranstaltung zu legen.
  • In den vergangenen zehn Jahren hat der Gemeinderat immer die wirtschaftliche und imagemäßige Bedeutung des Herbstfestes für Haag mit Zuschüssen und Sachleistungen im fünfstelligen Bereich gewürdigt. Weder die Bürgermeisterin noch irgendein Gemeinderat hat geäußert, das Fest künftig nicht unterstützen zu wollen. Es muss aber für jeden nachvollziehbar sein, dass in Krisenzeiten andere Prioritäten gesetzt werden müssen.”

Unterzeichnet ist dies Stellungnahme von der Bürgermeisterin und den vier oben genannten Gemeinderäten.

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5 Kommentare zu “„In Krisenzeiten andere Prioritäten”

  1. Der Tagesordnungspunkt wurde von der Bürgermeisterin am 14.04.2020 extra nachgeladen. Besondere Nachladungen erfolgen bei Themen die von der Sitzungsleitung, also der Bürgermeisterin, als besonders dringlich angesehen werden. Die Vereinsvorstände hatten sich auf die Sitzung vorbereitet und mussten dann feststellen wie die Bürgermeisterin mit ihrer entscheidenden Stimme den Tagesordnungspunkt wieder abgesetzte. So sollte man nicht miteinander und besonders nicht mit Ehrenamtlichen umgehen.

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  2. …gewürdigt, aha.
    Zum Thema Prioritäten sei gerne auf die objektive Stellungnahme der Haager CSU auf FB verwiesen.

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  3. Eieiei- hört sich nach schlechtem Gewissen an.
    Wählertäuschung ist aber auch kein Kavaliersdelikt.
    Apropos Kavalier- Dr. Dörfler ist ein astreiner Ehrenmann, völlig unvoreingenommen und ideal geeignet für dieses undankbare Ehrenamt.
    Ihn hier als Lügner darzustellen macht mich grad nervös😡
    Gute Leute auszubremsen ist leider Mode in Haag geworden- das beste Beispiel hierzu ist der komplette Geschichtsverein🙈
    Die Kritik kam zu Recht sofort aus dem ganzen Altlandkreis und nicht aus diesem neuen Verein.
    Danke liebe Stimme dass Ihr alle Seiten neutral zu Wort kommen lasst👍🏻

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  4. … und wieder eine Meldung in den Medien zu dem Thema Gemeinderatssitzung und Haager Festverein, die eigentlich schon nicht mehr kommentiert werden muss, da schon so viele Darstellungen und vor allem Kommentare veröffentlicht wurden, die die Stellungnahme der Bürgermeisterin und der besagten Gemeinderäte nicht besser machen.
    Aber: Ein dickes Lob an die Medien, sie scheinen die Wichtigkeit dieses Themas und die Bedürfnisse der Bürger besser einzuschätzen, als die Gemeinde Haag.
    Dennoch:
    Die Stellungnahme stellt die Fakten immer noch falsch dar, das Bild, das die Beteiligten der Gemeinde, allen voran die Bürgermeisterin abgegeben haben wird immer noch nicht besser.
    Die Gemeinde könnte ja auch Größe zeigen, ihren Fehler eingestehen und sich öffentlich entschuldigen.
    Das wäre ein starkes Signal und eine Geste, die die ganze Diskussion beenden würde.
    Natürlich müssen dann seitens der Gemeinde auch Taten folgen.

    …. sogd da Xare, der war dabei

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  5. Des is a Wort Xare.
    Und schon wär a Ruh👍🏻

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