Ein Solarpark auf der Mülldeponie

Montagearbeiten sind aktuell voll im Gange - Strom für 200 Mehrpersonenhaushalte

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Nach einer sehr langen Vorgeschichte wird das Projekt „Solarpark auf der Haager Mülldeponie” nun endlich doch verwirklicht, die Montagearbeiten sind aktuell voll im Gange. Ein „Ökosolarpark” sollte schon im Jahr 2013 auf dem Gelände der Haager Deponie entstehen. Der damalige Umweltminister Markus Söder hatte in Nordbayern einen Öko-Solarpark als Vorzeigeprojekt in der Nähe der Stadt Nürnberg geplant, unter dem dann im Jahr 2013 neu ernannten Umweltminister Marcel Huber sollte ein ähnliches Projekt im Süden entstehen, ausgewählt wurde damals die Haager Mülldeponie.

Neben der PV-Anlage selbst waren besondere ökologische Begleitmaßnahmen und auch ein kleines Besucherzentrum geplant. Leider zog sich das Projekt damals so lange hin, dass die fallenden Einspeisevergütungen des EEG dann letztendlich die Umsetzung nicht mehr wirtschaftlich erscheinen ließen. Insbesondere schien aber auch nach dem Wechsel der Zuständigkeit vom Umwelt- ins Wirtschaftsministerium der politische Wille zur Umsetzung des Projektes lange Zeit nicht mehr wirklich vorhanden zu sein, denn die Photovoltaik hatte damals bei weitem noch nicht den positiven politischen Stellenwert, den sie heute hat.

Neu angepackt wurde das Projekt dann 2018 von der Energie-GmbH des Landkreises Mühldorf unter Landrat Georg Huber. In der Verantwortung dieser, extra für solche Energieprojekte gegründeten Gesellschaft des Landkreises, wurde nun eine Anlage mit einer Peak-Leistung von 750kW geplant. Auch die Marktgemeinde Haag unterstützte das Projekt mit einer schnellen Bauleitplanung.

Auf ein speziell für die Deponie optimiertes Montagesystem der Schletter Solar GmbH wurden gut 2300 Photovoltaikmodule installiert, die Ausführung übernahm die regionale Firma IB Energiesysteme aus Surberg bei Traunstein. In den nächsten Wochen wird nun die KWH Netz GmbH die Anlage in das Mittelspannungsnetz der Haager Kraftwerke anschließen.

So kann auf der Haager Deponie, in der schon in den letzten Jahren durchgehend Deponiegas verstromt wurde, nun Erneuerbare Energie mindestens für die nächsten 25 bis 30 Jahre gewonnen werden.

Im Schnitt wird die Anlage den Jahres-Stromverbrauch von etwa 200 Mehrpersonenhaushalten liefern. Ein weiterer Schritt in die Energiewende ist damit getan, aber viele weitere müssen noch folgen, um durch eine schnelle Energiewende die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten für die nächsten Generationen zu erhalten.

Bilder © Hans Urban

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