„Ein Erbe, das man erhalten sollte“

Projektteam „Schätze der Eiszeitlandschaft“ pflegt Toteiskessel in der Region

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Die Toteiskessel sind eine Besonderheit des Altlandkreises Wasserburg. Die geschmolzenen Eismassen der Gletscher hinterließen eine Endmoränenlandschaft. Früher versuchte man, die unnützen Wasserflächen nutzbar zu machen, indem der Wasserstand abgesenkt und Bäume gepflanzt wurden. Die Projektgruppe „Schätze der Eiszeitlandschaft“ hat es sich nun als Ziel gesetzt, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.

In den Toteiskesseln leben viele bedrohte Tiere und Pflanzen, erklärt Projektmanager Jonas Garschhammer. Deshalb wolle man mit dem Naturprojekt, das gemeinsam mit dem Bund Naturschutz, der Unteren Naturschutzbehörde und den Landschaftspflegeverbänden Mühldorf und Rosenheim umgesetzt wird, den natürlichen Zustand zurückholen. Die außergewöhnliche Landschaft entstand bereits vor über 10.000 Jahren zum Ende der Eiszeit. Es sei „ein Erbe, das man erhalten sollte“, so Lucia Karrer, die auch maßgeblich am Toteiskesselweg im Haager Land beteiligt war. Dies sei „eine Besonderheit der Region.“

 

Wasserfrösche, Bergmolche und Libellen haben hier ihren natürlichen Lebensraum und auch gefährdete Pflanzenarten wie der rundblättrige Sonnentau oder das Sumpf-Blutauge wachsen nur in den lichten und nassen Hochmooren. Die selten gewordenen Tiere und Pflanzen, die auf solche Lebensräume angewiesen sind, „gehen durch die Trockenlegung immer mehr verloren“, so Garschhammer.  Mit dem Projekt „Schätze der Eiszeitlandschaft“ könne man viel „für Naturschutz und Artenvielfalt“ tun, betonte Karrer.

 

 

Dafür gehen sie auch auf Grundstückseigentümer zu, für die durch die Unterstützung der Projektgruppe keine Kosten entstehen. Auch Konrad Lipp hilft tatkräftig bei der Pflege der Toteiskessel in seinem Wald mit. Er habe bei einem Forstseminar erfahren „das Haager Land und seine Todeiskessel sind etwas Besonderes.“ Daraufhin wollte er seinen eigenen Wald besser kennenlernen und wissen: „Was kann ich machen, um Todeiskessel zu erhalten?“ Dafür wandte er sich auch an die Initiatoren des Toteiskesselwegs. Im ersten Schritt habe er die Randbäume entfernt, dass mehr Licht rankomme. Nach einer Informationsveranstaltung der Projektgruppe habe er sich nun der Arbeitsgruppe angeschlossen.

 

Im Januar und Februar wurde dann der Kessel in Lipps Wald entbuscht. Das passiert im Winter, „um brütende Vögeln zu schonen“, so Garschhammer. Heute gehe es um die Nachpflege. Denn Springkraut und Weiden kommen auf frisch bearbeitenden Böden immer wieder. Die „Springkrautwüste“ verdränge heimische Pflanzen, erklärte der Projektmanager, deshalb werde es rausgerissen. Ziel sei es, dass sich die Natur in ein paar Jahren durch einen höher eingestellten Wasserstand wieder selbst regle. Insgesamt 40 der hunderten Kessel sollen in den kommenden vier Jahren durch das Projektteam gepflegt und erhalten werden.

 

Foto (von links): Jonas Garschhammer, Konrad Lipp, Lucia Karrer

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