Aus für das „Graf Ladislaus“

Haag verliert seinen Musikertreffpunkt: Restaurant schloss am Wochenende wegen der Corona-Krise die Pforten

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Ein Treffpunkt für Musiker aus der Umgebung und eine Bühne für Künstler aller Art: Das „Graf Ladislaus“ hatte sich innerhalb kurzer Zeit in Haag etabliert und brachte nicht nur kulinarisch, sondern auch musikalisch frischen Wind in den Ort. Doch die Corona-Krise hinterließ ihre Spuren und Geschäftsführer Fred Schweiger ist jetzt gezwungen, das Lokal zu schließen.

Urig eingerichtet war es im „Graf Ladislaus“: Eine Bank mit Sitzablage in Kuhfelloptik, an den Wänden Instrumente von Trompete bis Gitarre und rustikale Holzmöbel trafen auf moderne Polster. Im gemütlich hergerichteten Burger-Restaurant sorgte Schweiger seit Februar 2019 nicht nur für kulinarische Neuheiten in Haag, sondern auch musikalisch war einiges geboten. Ob Karaokeabende, Livebands, Kabarett: Beinahe wöchentlich kamen hier regionale Künstler auf die Bühne oder spielten nebenbei ein paar Musikstücke nach dem Essen. Sogar einen monatlichen Musikerstammtisch initiierte Schweiger, wofür sein Lokal sogar die Auszeichnung „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ erhielt.

 

Aber der Lockdown und die aktuellen Bestimmungen haben dem noch jungen Restaurant die Zukunftsperspektiven genommen. „Es setzt sich kaum noch jemand rein“, erzählte Schweiger, der Innenbetrieb sei aufgrund der Lage beinahe komplett weggefallen. Besonders die Musikveranstaltungen machten das Lokal auch für ihn zu etwas Besonderem.

 

Auch die lokalen Musiker traf die Schließung des „Graf Ladislaus“ und damit auch der Kleinkunstbühne hart. Regionale Bands hatten hier einen Treffpunkt. „Man konnte sich untereinander besser kennenlernen”, betonte Ulrich Mirwald, Schlagzeuger der „Green Hornies“.

Mit einem Wochenende voller Musik verabschiedete sich das „Graf Ladislaus“ aus Haag. Am Samstag rockte die Coverband „Boosted“ das Burger-Lokal und zum Abschied spielten am Sonntag „Mercy Beat“ auf. Die letzten Konzerte, die im Graf Ladislaus stattfinden konnten. Für regionale Künstler, die hier einen Treffpunkt gefunden haben, ein großer Verlust. Die Hoffnung, dass Schweiger nach der Krise das Konzept erneut aufgreift, sei groß und auch er selbst könne sich vorstellen, einen neuen Anlauf zu starten, „je nachdem wie sich die Lage weiterentwickelt”.

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