„Große Sorge um die Schweinehalter”

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat heute an die Bundesministerin Julia Klöckner geschrieben

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Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland macht sich die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber große Sorgen um die Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Sie hat sich daher heute in einem Schreiben an Bundesministerin Julia Klöckner gewandt und sie gebeten, sich insbesondere gegenüber chinesischen Vertretern dafür stark zu machen, dass China in Bezug auf die ASP-Freiheit eine Regionalisierung in den Veterinärzertifikaten akzeptieren möge. Zudem bittet Kaniber die Bundesministerin, sich zeitnah bei der EU-Kommission für Marktentlastungs-Maßnahmen einzusetzen. Der Wortlaut …

Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
liebe Julia,

mit der amtlichen Bestätigung des ersten Falles der Afrikanischen Schweinepest
(ASP) in Deutschland, ist eine lange gehegte Befürchtung zur Realität
geworden.

Ich bin mir sicher, dass Deutschland auf den Seuchenausbruch gut
vorbereitet ist und alle Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung im erforderlichen
Maße angelaufen sind.

Für das Engagement deines Hauses bedanke ich
mich an dieser Stelle ausdrücklich!
Große Sorgen bereiten mir allerdings die zu erwartenden Auswirkungen der
Seuchenfeststellung auf das Marktgeschehen.

Mit der vorliegenden amtlichen
Seuchenfeststellung gilt Deutschland nicht mehr als ASP-frei. Es ist deshalb
zu befürchten, dass es durch den Wegfall wichtiger Drittlandabnehmer zu
schweren Preiseinbußen und Verwerfungen auf den Märkten kommt. Insbesondere
der Handel mit China ist für die deutsche Fleischwirtschaft von besonderer
Bedeutung – was die Steigerungsraten im ersten Halbjahr 2020 eindrucksvoll
bestätigen.

Mir ist bekannt, dass dein Haus seit längerem intensiv im Gespräch mit Drittstaaten
ist, um Vereinbarungen zu Regionalisierungsmaßnahmen zu treffen.
Für diesen Einsatz danke ich dir ganz besonders.

Gleichzeitig verbinde ich
damit die Bitte, in diesen Bemühungen nicht nachzulassen und alle Anstrengungen
zu unternehmen, um gerade die chinesischen Vertreter in den Verhandlungen
dazu zu bewegen, in Bezug auf die ASP-Freiheit eine Regionalisierung
in den Veterinärzertifikaten zu akzeptieren.

Wenn dies gelingen
könnte, dürften die Auswirkungen auf das Marktgeschehen weitaus geringer
ausfallen.

Ferner bitte ich dich, dass du dich bei der EU-Kommission zeitnah für Marktentlastungsmaßnahmen einsetzt. Hinsichtlich der privaten Lagerhaltung wäre
meines Erachtens eine entsprechende Ausgestaltung, die sich an den Bedürfnissen
der Markteilnehmer orientiert, von besonderer Bedeutung. Anderenfalls
hege ich die Befürchtung, dass diese nur bedingt den gewünschten Effekt
erzielen könnte.

Aufgrund der Corona-Auswirkungen ist in vielen Fällen davon
auszugehen, dass die Lager derzeit noch gut gefüllt sind.
Wir dürfen unsere Schweinehalter, die in letzter Zeit viel hinnehmen mussten,
jetzt nicht im Regen stehen lassen. Sie wären diejenigen, die im Preiskampf
am Markt die größten Verlierer wären.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Kaniber

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