„Wir haben viel Spaß am Dabeisein“

Blockflötistinnen Leni Hoffman und Victoria Zellner aus Haag gewinnen Sonderpreis in Freiburg

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Die beiden Blockflötistinnen Leni Hoffmann und Victoria Zellner aus Haag haben den Irino Foundation Tokyo-Sonderpreis in der Kategorie „Zeitgenössisches Werk” gewonnen. Dafür sind sie nach Freiburg zum Wochenende der Sonderpreise gefahren und haben sich gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt.

57 Beiträge wurden beim Wochenende der Sonderpreise in diesem Jahr ausgezeichnet Insgesamt hatten 350 Teilnehmer ihr Können gezeogt. Weil nach dem regionalen Wettbewerb von „Jugend musiziert“, bei dem sich Leni Hoffmann und Victoria Zellner auch durchgesetzt hatten, keine Wettbewerbe auf Landes- und Bundesebene stattfinden konnten, wurden sie Wochenende der Sonderpreise nach Freiburg eingeladen.

Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit noch nicht aufgeführten, weniger bekannten oder besonders schwierig zu interpretierenden Werken. Die beiden Haagerinnen haben das Stück „Articulator VI“ neu interpretiert und stellen nicht nur musikalisch, sondern auch mit Geräuschen und Bewegungen eine Geschichte dar. „Möge sich [jeder] seinen Teil dazu denken“, sagte schon Komponistin Agnes Dorwarth.

Gemeinsam mit ihrer Blockflötenlehrerin, der Musikpädagogin Christine Schreier, haben die zwei Haagerinnen sich die Choreographie zum Musikstück überlegt. „Ich wusste, dass sie sich das trauen“, erzählt Schreier, denn bei dem Stück sei es wichtig, mit Schauspiel zu musizieren. Seit drei Jahren unterrichtet die Musikpädagogin, die auch an der Musikschule in Kolbermoor Blockflötenunterricht gibt, die zwei Haagerinnen. Dass sie nun beim Wochenende der Sonderpreise teilgenommen und einen Ppreis gewonnen haben, macht sie besonders stolz. Trotz anfänglicher Bedenken, weil viele Jungstudenten unter der Konkurrenz waren, wusste sie, „dass sie mithalten können.“

 

Seit der fünften Klasse spielen die beiden Flötistinnen zusammen. Angefangen haben beide, als sie fünf Jahre alt waren. Die Auszeichnung von „Jugend musiziert“ war schon ein besonderes Ereignis für sie. „Diesmal war ich nicht so aufgeregt“, erzählt Leni Hoffmann. Für Victoria war die Teilnahme am Wochenende der Sonderpreise deutlich spannender als im Regionalwettbewerb. „Die Konkurrenz hätte nicht größer sein können“, sagt sie. Die anderen Teilnehmer waren aus Musikakademien, hatten berühmte Lehrer. Dagegen ist Leni und Victoria am wichtigsten der „Spaß am Dabeisein.“ Mit einem Preis haben die beiden überhaupt nicht gerechnet. Nun nahmen sie aus Freiburg den Irino Foundation Tokyo-Sonderpreis mit nach Haag.

 

Die beiden Jugendlichen trugen das fünfminütige Stück völlig auswendig vor. Und das, obwohl sie aufgrund der Abstandsregelungen die Choreographie umplanen mussten. Aber „es entwickelt sich jedes Mal weiter“, erzählt Victoria. So haben sie gemeinsam mit ihrer Lehrerin lange überlegt, wie sich das Musikstück interpretieren lasse. So entstand eine Geschichte, in der drei verschiedene Figuren zu Wort kommen – am Anfang die Opfer, später die Diebe und schrille Signaltöne imitieren die Sirenen. Nur ein halbes Jahr vor dem regionalen Wettbewerb „Jugend musiziert“ im Januar haben die Blockflötistinnen das Stück gemeinsam mit ihrer Flötenlehrerin eingeübt. Beide sind sich einig, dass das nicht ihr letzter Wettbewerb war.

 

Foto (von links): Victoria Zellner und Leni Hoffmann

Foto: Bernhard Zellner

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