Jeder schriebt in seinem Genre

„Rosenheimer Autoren“ boten eine bunte Mischung an Geschichten im Buchcafé Rosenheim

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Umsäumt von Büchern und Kaffeegeruch veranstalteten einige „Rosenheimer Autoren“ eine gemeinsame Lesung im Buchcafé Rosenheim. Es war die erste Lesung nach dem Lockdown im Frühjahr – und aufgrund der aktuellen Maßnahmen vorerst auch die letzte. Einen Blumenstrauß an Geschichten präsentierten die Schriftsteller in ihren unterschiedlichen Genres.

Der Stammtisch der „Rosenheimer Autoren“ bedeute nicht nur Austausch und gegenseitige Unterstützung, wie Initiatorin Monika Nebl in ihrem Grußwort betonte. Auch kam die Idee, etwas zusammen zu machen. Daraus entstand die Anthologie „Wundersame Winterzeit“, die im Rosenheimer Verlag erschienen ist. Das Besondere daran: „Jeder schreibt in seinem eigenen Genre.“ So sei auch die nächste Kurzgeschichtensammlung über Urlaubsgeschichten geplant. Luzi van Gisteren setzte sich mit Herausgeberin Kerstin Groeper dafür ein, die Geschichten im Rosenheimer Verlag unterzubringen. „Warum lesen Sie nicht einfach ein paar?“, schlug Groeper dem Verleger vor, der nach einem roten Faden im „Blumenstrauß an Geschichten“, wie van Gisteren die Sammlung beschreibt, suchte. Und damit war der Herausgeberin klar: „Dann hatte ich ihn, weil ich wusste, sie sind alle gut!“

 

Bei der Lesung im Buchcafé gab es schließlich eine noch buntere Mischung. So wurden nicht nur Texte aus der gemeinsamen Anthologie vorgetragen, sondern auch unabhängige Geschichten der neu hinzugekommenen Kollegen fanden hier einen Platz. Hildegard Weiss entführte dabei in arabische Länder, die sie „zu Fuß, mit dem Rad oder per Kamel“ bereist hat und entlockte den Zuhörern mit ihren amüsanten Formulierungen das ein oder andere Kichern. Auch Bernhard Kürzl (Foto) ging humorvoll an seinen Text, der über eine ganze Reihe von Schicksalsschlägen erzählt, heran. Denn Eule Hubsi, eine Bauchrednerpuppe, mischte sich gleich zu Beginn ein und las eine eigene kleine Geschichte. „Mit Schicksalsschlägen kommt Veränderung“, betonte der Autor, was auch Anette Bahr mit ihrem Text über ein syrisches Kind im deutschen Kindergarten bestätigte. „Die Ereignisse sind echt“, erzählte die frühere Erzieherin, die inzwischen als Kunstpädagogin das Atelier Glücksklexx leitet.

 

 

Weitere Abwechslung gab es durch den musikalischen Beitrag von Johanna Furch aus Haag, die ein Lied aus ihrem Debütroman vortrug, und bei der Musik blieb ebenfalls Georg Berghammer, der nicht nur den Liedtext „Darlin“ von Frankie Miller in „Spar nicht“ umgedichtet hat, sondern auch humorvoll von den Ursprüngen der Musik auf „guad bayerisch“ erzählte. Herausgeberin Groeper, die selbst in Kanada aufgewachsen ist, viele Native Americans kennt und auch Lakota spricht, hat in ihrem Anthologietext Indianer authentisch nach Aschau geholt und abschließend gab Heike Holz Lebenshilfe-Tipps und ermutigte die Zuhörer zu Veränderung und ihr „Glück selbst zu finden.“

 

Die Lesung der „Rosenheimer Autoren“ war die erste Lesung mit mehreren Autoren im Buchcafé Rosenheim, wie Moritz Vosdellen vom Caritas Zentrum Rosenheim erzählte. Auch wenn die vorbildlich eingehaltenen Hygienemaßnahmen streng waren fanden etliche Zuhörer zur Veranstaltung und füllten jeden freien Platz. Vosdellen freute sich über die „bunte Mischung“ und gab den Autoren die Möglichkeit, nicht nur die gemeinsame Anthologie, sondern auch ihre eigenen Werke auf einem gesonderten Büchertisch auszustellen.

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