Wiedereröffnung im Frühjahr

Nach zehn Jahren: Umfangreiche Sanierung der Katharinenkirche kurz vor dem Abschluss

Über zehn Jahre war die Katharinenkirche in Mühldorf am Inn aus Sicherheitsgründen gesperrt, nun stehen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kurz vor ihrem Abschluss. Wie das Staatliche Bauamt Rosenheim mitteilt, soll die Kirche im Frühjahr 2021 offiziell wiederöffnet werden. Die für den Katharinentag, am morgigen Mittwoch, 25. November, geplante Wiedereröffnungsfeier, mit zahlreichen geladenen Gästen, musste wegen der Corona-Pandemie verschoben werden.

Die Katharinenkirche, am Fuße des Stadtbergs von Mühldorf, zählt mit ihrer Errichtung im 15. Jahrhundert, zu den ältesten und bedeutendsten Bauwerken der Kreisstadt, erklärt Bert Windhör, zuständiger Projektleiter des Staatlichen Bauamtes Rosenheim: „An kaum einer anderen Kirche lässt sich die bauhistorische Entwicklung des Sakralbaus, im Kulturraum des südostbayerischen Voralpenlandes, so gut ablesen: Insgesamt hat das Bauwerk etwa acht wesentliche Umbau- und Erweiterungsphasen erlebt.“

Nach umfangreicher Sanierungsplanung und der Sicherstellung der Finanzierung, wurde im Jahr 2017 mit der Restaurierung des Bauwerks begonnen. Mit der Objektplanung beauftragt wurde das Büro Zehetmeier Architekten GmbH aus Isen im Landkreis Erding. Die größte Herausforderung bei der Sanierung waren die massiven Risse im Mauerwerk.

„Zur Wiederherstellung der Standsicherheit wurde das Gewölbe mit stählernen Zugbändern verschraubt; das verhindert das Auseinanderdriften. Das Mauerwerk konnte mit eingebohrten Zugankern soweit stabilisiert werden, dass die Last gleichmäßig in die Fundamentsohle abgetragen wird. Dadurch konnten weitere Eingriffe in den Boden weitgehend vermieden werden“, so Windhör.

Auch das Dach und der Dachstuhl der Katharinenkirche mussten umfangreich saniert werden. Schadhafte Balkenteile wurden entfernt und denkmalgerecht ersetzt, anschließend wurde das Dach neu gedeckt. Dabei konnten einige der fast 550 Jahre alten, historischen Holzbalken erhalten werden.

An der Außenfassade mussten die Sanierungsarbeiten besonders vorsichtig ausgeführt werden, um die teilweise noch intakte, bauzeitliche Substanz zu erhalten. In enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, wurden die Raumschale mit den fünf Deckengemälden restauriert, der Boden aus Solnhofener Kalkstein und die Epitaphien überarbeitet. Für eine spürbare Veränderung des Innenraumes sorgt die Empore, die freigelegt wurde und nun ihre ursprüngliche, filigrane Holzbrüstung zeigt.

In den kommenden Wochen wird vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, in enger Abstimmung mit der Stadt Mühldorf am Inn, der Katharinenplatz, nördlich der Kirche neugestaltet. Entstehen werden ein Kirchenvorplatz sowie ein barrierefreier Zugang zur Kirche, um ab dem Frühjahr 2021 allen Bürgerinnen und Bürgern den Besuch der Kirche zu ermöglichen.

Zur offiziellen Wiedereröffnung wird auch die liturgische Neuausstattung im Innenraum der Kirche fertiggestellt sein. Diese wird derzeit durch den Bildhauer Matthias Larasser-Bergmeister aus Ebersberg mit Ambo, Priestersitzen und Opferkerzentisch gestaltet.

Die Katharinenkirche befindet sich im Besitz des Freistaates Bayern, der damit auch den Großteil der Sanierungskosten trägt. Insgesamt investiert der Freistaat rund 2,9 Millionen Euro in den Erhalt dieses außergewöhnlichen, zeithistorischen Bauwerks.

Mit Spenden und Zuschüssen begleitet wurden die Instandsetzungsarbeiten vom Förderverein Katharinenkirche e.V. – auf diese Weise wurde unter anderem auch die Restaurierung der bedeutenden Mauracher Orgel mitfinanziert.

Foto: Adrienne-Sophie Hoffer

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