Wer zuerst?

Empfehlung für die Reihenfolge einer bald möglichen Impfung gestern bekanntgegeben

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Die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung für die Reihenfolge der voraussichtlich bald möglichen Impfungen gegen das Coronavirus gestern Abend offiziell veröffentlicht. Demnach sollen über 80-Jährige sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen zuerst immunisiert werden. Durch eine Impfung dieser Gruppen könnten viele Krankenhaus-Einweisungen verhindert und die Kliniken entlastet werden, heißt es. Zugleich soll in der ersten Gruppe medizinisches Personal geimpft werden, das ein besonders hohes Risiko hat, sich mit dem Virus anzustecken.

Auch Pflegepersonal in Altenheimen und Kontakt zu sogenannten vulnerablen Gruppen wird in der ersten Gruppe priorisiert. Gemeint sind damit Kontakte zu schwer Immungeschwächten, etwa Krebspatienten oder Menschen nach einer Transplantation.

In einer zweiten Gruppe sollen alle Menschen ab 75 Jahren, Demente und geistig Behinderte sowie Menschen mit dem Down-Syndrom geimpft werden.

Über 70-Jährige können sich in der dritten Gruppe impfen lassen, ebenso wie Personen mit Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko bergen, Kontaktpersonen von Schwangeren sowie Personal, das für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur relevant ist.

Insgesamt gibt die Empfehlung sechs Gruppen vor, die geimpft werden, bevor der Stoff für jedermann verfügbar sein soll.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, betonte gestern, es werde dauern, bis ein relevanter Teil der Bevölkerung durch eine Impfung geschützt sei. Außerdem sei noch unklar, in welchem Maße die Impfung auch tatsächlich Übertragungen des Virus verhindert oder zumindest reduziert.

Es ist aktuell davon auszugehen, dass zwei Impfdosen im Abstand von wenigen Wochen für den Aufbau eines Immunschutzes nötig sind.

Unklar ist auch, ob die Impfung dann jährlich aufgefrischt werden muss.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts des geplanten Corona-Impfstarts am 27. Dezember um Geduld gebeten. Wer nicht über 80 sei und nicht im Alten- oder Pflegeheim – der müsse sich gedulden.

Also bitte NICHT am 27. schon irgendwie versuchen, einen Termin zu bekommen, bat der Minister gestern.

Zu den aktuellen Corona-Zahlen sagte Spahn: 30.000 neugemeldete Infektionen innerhalb von 24 Stunden sei schon eine sehr, sehr hohe Zahl.” Er sprach von einer regional enormen Belastung von Kliniken. Teilweise müssten Patienten bereits verlegt werden. 

Quelle BR

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