Eigene Impf-Software

Bayern setzt auf digitale Lösung, um Zettelwirtschaft, unleserliche Angaben und andere Pannen zu vermeiden

Bayern setzt bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs auf eine eigene Software. Zettelwirtschaft, unleserliche Angaben, zu wenig Personal, das die Angaben in den Computer einträgt – diese Erfahrung von der Testpanne an bayerischen Autobahnen vom Sommer will die Staatsregierung bei den Impfungen gegen Corona vermeiden und setzt ab Januar auf eine digitale Lösung, berichtet der Bayerische Rundfunk aktuell. Ab Mitte Januar sollen sich Impfwillige mittels der Software auf Wartelisten setzen lassen können.

Foto: Auch das Pflegepersonal in Seniorenheimen gehört zu den Ersten, die seit gestern geimpft werden (wie berichtet) …

Wie das bayerische Gesundheitsministerium auf BR-Anfrage mitteilte, soll über die Software namens Bayerisches Impfmanagement gegen Corona, kurz “BayIMCO”, alles zentral gesteuert werden.

Dazu gehören Anmeldung, Terminplanung, Impfstoffbereitstellung, Impfdurchführung und Dokumentation. Mögliche Impfkomplikationen sollen dort genauso erfasst werden wie die Zahl derer, die das Impfangebot annehmen oder wo Impfstoff fehlt. Ab Januar sollen die Impfstationen die Software verwenden können, ab Mitte Januar dann alle Impfwilligen.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte, können sich Impfwillige dann auf eine Warteliste setzen lassen. Da der Impfstoff anfangs knapp sein wird, wählen die Impfzentren dann nach Alter, Risiko- und Berufsgruppen aus, wer einen Termin zum Impfen bekommt.

Damit geht Bayern, wie auch andere Bundesländer, einen Sonderweg. Das vom Bund in Aussicht gestellte Terminvergabesystem wird der Freistaat nicht nutzen, da mit der Software auch erfasst werden soll, wie viel Impfstoff und wie viel Personal in den einzelnen Impfzentren vorhanden ist.

Die bayerische Software wird nach Ministeriumsangaben von der Firma Accenture bereitgestellt. Diese Firma hat bereits die österreichische Corona-Warn-App entwickelt. Sie spielte aber auch eine Rolle in der so genannten Berateraffäre der Bundeswehr, bei der es zu millionenschweren Aufträgen ohne Ausschreibung kam, wie Medienberichten zufolge mehrere Rechtsgutachten festgestellt haben.

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