Ein Wasserzähler erlangt Berühmtheit

Video über das Ablesen einer gemeindlichen Wasseruhr in Winden bei Haag ist derzeit der Renner im Internet

Er versteht die Welt nicht mehr: Charlie B. aus Winden bei Haag wollte eigentlich nur den Wasserzähler in seinem Haus ablesen. Doch dabei erlebte er eine Riesenüberraschung. In einem Video, das derzeit im Internet kursiert, zeigt er mit viel Humor, wie man aus einem über Jahrzehnte erprobten und einfach Vorgang durch deutsche Bürokratie und „übertriebene Ingenieurskunst” die reinste Wissenschaft machen kann. Wir haben zum Video Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz und Wassermeister Werner Eß befragt. „Das Video ist recht gut gemacht und unterhaltsam, aber verkürzt die Umstände der Maßnahme”, so die Beiden zusammenfassend auf unsere Anfrage.

Drei Fragen an Bürgermeisterin Sissi Schätz und Wassermeister Werner Eß:

 

Was sind die Gründe für die Installation des neuen Wasserzählers?

Bei der Herstellung der Schmiedstraße in Winden wurde auch eine neue Wasserleitung verlegt, da die bisherige in privaten Grundstücken verlief und teilweise für den Unterhalt nicht zugänglich war. Von dieser neuen Wasserleitung werden nunmehr die Anlieger versorgt. Bei Gebäuden, bei denen ein Hausanschluss nur unter erschwerten Bedingungen aufgrund fehlenden Kellers hergestellt werden konnte, wurde ein Wasserzählerschacht mit Zähler nach dem Stand der Technik auf dem  Grundstück gesetzt.

 

Sind noch mehr Haushalte betroffen?

Es wurde noch auf einem weiteren Grundstück in der Schmiedstraße ein Wasserzählerschacht gesetzt, da das dort zu versorgende Gebäude ebenfalls keinen Keller besitzt. In diesem Fall wurde das Gebäude auch umgestaltet, sodass der ursprüngliche Wasserzähler in einem Wohnraum liegt. Ansonsten werden diese Wasserzählerschächte bei erschwerten Bedingungen oder überlangen Hausanschlüssen seit zirka zehn Jahren vom Wasserwerk verbaut und das bisher ohne Reklamationen. Dies auch deshalb, da Hausanschlüsse unter erschwerten Bedingung oder überlanger Strecken unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen. Diese Kosten sind zu vermeiden, da sie ansonsten von der Gemeinschaft der Gebührenzahler zu tragen sind.

 

Und wie wird das Wasserwerk Herrn B. entgegen kommen, sollte dies möglich sein?

Es wird geprüft, die Wasserzähler nachzurüsten, sodass sie mit Funk ausgelesen werden können und der Schacht hierzu nicht mehr geöffnet werden muss. Sollten bis dahin die Anwohner von Grundstücken mit Wasserzählerschächten mit der Auslesung Probleme haben, sind die Beschäftigten des Wasserwerkes gerne behilflich.

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6 Kommentare zu “Ein Wasserzähler erlangt Berühmtheit

  1. Die Gemeinde kann einem schon fast etwas leid tun.
    Ich finde das gehört allerdings nicht zu den größten Lachnummern, die man zurückliegend als Bürger miterleben durfte.
    Man sollte nicht nachtragend sein.

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  2. Technisch unsinnige Begründung, vor allem wenn diese für Undichtigkeiten anfällige Konstruktion, das Schadensrisiko einer 7 Meter langen Kunststoffleitung (bis zum bisherigen Zähler) reduzieren soll.

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  3. Die Kommentare im www (youtube und anderswo) sind mehr als eine “Watschn”. Haag, die Haager Bürger und die Haager Verwaltung werden überregional ausgelacht.
    Wenn man die Antwort auf die erste Frage oben liest, wird einem auch klar warum: Die Verantwortlichen wollen ihren Unsinn gar nicht einsehen, sondern reden um das Problem herum.
    Herr Bauer HATTE einen funktionierenden Hausanschluss. Sein neuer Zähler könnte genauso gut an der bisherigen Stelle sein. Stattdessen wurde dort zur Durchleitung ein Rohr verbaut und er hat eine reparaturanfällige, kostspielige Ersatzlösung bekommen. Noch dazu mit einem offensichtlichschon werksseitig falsch gelieferten Zähler, den man so nicht einmal richtig ablesen kann.
    Die eigentliche Frage müßte sein: wer bezahlt diesen teuren und unnötigen Unsinn ? Herr Bauer, alle Anwohner der Schmiedstraße oder alle Haager ?

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    1. Klar ist die Konstruktion reparaturanfällig – da die Mimik auf dem Grundstück verbaut ist, darf der Hausbesitzer dann die Reparaturen bezahlen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

      Wenn man ganz fantasielos ist, hätte man ja auch einen abschließbaren Kasten vor dem Haus setzen und die Wasseruhr dort hineinbauen können, ohne verschiedene Drehgelenke einbauen zu müssen .

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  4. Alexander Meier

    Herr Bauer hat in einer unaufgeregten Art die Probleme sehr gut beschrieben. Die Stellungnahmen der Gemeinde zeigen mit welcher Ignoranz man den Bürger behandelt. Bezahlen muss das dann alles der Haager Wasserbenutzer, da diese Kosten im Wasserpreis eingerechnet werden. Herr Bauer hat zusätzlich, wie von ihm schon angemerkt, noch das Risiko der Kosten nach dem Zähler. Für mich stellen sich noch die Fragen, wie man bei richtig Frost den Zähler ablesen, wie man bei viel Schnee und Eis den Deckel aufbringt, wie man die Wasseruhr beobachten will um eventuelle Leckagen im Haus zu erkennen. Zumindest prüft die Gemeinde wieder einmal, sicherlich juristisch, wieder einmal ohne Ergebnis? Der Fisch stinkt vom Kopf…

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  5. Nachdem die Geschichte es nun tatsächlich auch ins Fernsehen geschafft hat (quer, 14.01.) sind nun alle Fragen zum „warum“ beantwortet:
    1. Das Gebäude muß erst aufgesperrt werden – bietet dafür aber zudem Schutz vor Vandalismus und der Zähler kann jederzeit unproblematisch im Trockenen und Warmen abgelesen werden (wie bisher auch).
    2. Der Zähler soll frostsicher untergebracht sein – die anderen Leitungen im Heizraum ebenso (wie bisher auch)
    3. Der neue Zähler ist zukunftsorientiert und kann (irgendwann einmal) per Funk ausgelesen werden – das könnte er an seinem alten Platz auch (wie bisher)
    4. Die anscheinend teilweise überbaute Leitung ist nun unter dem Kostenrisiko des Eigentümers, nicht mehr unter dem Risiko der Gemeinde – das ist neu und bedeutet, daß die Gemeinde lieber heute und jetzt prophylaktisch eine umständliche und teure Lösung verbaut, als vielleicht irgendwann einmal ein paar Meter schadhafte Leitung reparieren zu müssen.
    Bürgerfreundlichkeit und verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern sieht meiner Meinung nach anders aus.
    Es bleibt weiter die Frage: Wer bezahlt das ?

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