„Landkinder“ eröffnet in Winden

In Winden soll eine Großtagespflege für Kinder ab einem Jahr und Schulkinder entstehen

image_pdfimage_print

Das Familienzentrum bietet im Kindernest Platz für bis zu zehn Kinder unterschiedlichen Alters und bietet mit dem Angebot der Großtagespflege flexible und an die Familien angepasste Bedingungen. Auch in Altdorf gab es lange eine Kindertagespflege für fünf Kinder. Nun soll im Ortsteil Winden eine weitere Einrichtung, die „Landkinder“, entstehen und die Verantwortlichen stellten einen Antrag auf Förderung. Um sich dem Thema zu nähern, diskutierte der Verwaltungs- und Kulturausschuss Haag den bisherigen Stand, um anschließend eine Empfehlung an den Gemeinderat zu geben.

Um eine Großtagespflege zu eröffnen, brauche die Einrichtung eine „gewisse finanzielle Sicherheit in Form eines Betriebskostenzuschusses“, erläuterte Bürgermeisterin Sissi Schätz. Außerdem sei ein Investitionskostenzuschuss in Höhe von 17.000 Euro beantragt und bei erfolgreichem Betrieb ein weiterer in Höhe von 5.000 Euro. „Insgesamt zeigt sich Bedarf“, ging sie außerdem auf die derzeitige Situation bei der Kindertagespflege ein. Nachdem das Angebot in Altdorf überraschend zugemacht hatte, sei erneuter Bedarf entstanden, außerdem „haben wir Baugebiete und es ziehen junge Familien nach Haag.“ Das Vorhaben komme genau zum richtigen Zeitpunkt.

 

Die Initiatorin der neuen Einrichtung, Christine Langenfeld, die momentan als Erzieherin im Kinderhaus Albaching arbeitet, fasste das Vorhaben in wenigen Worten zusammen. So soll die Großtagespflege „Landkinder“ in einem ehemaligen Bauernhaus mit großem Garten entstehen. Dort sollen kleine Kinder ab einem Jahr und auch Schulkinder nach Schulschluss betreut werden. Die Einrichtung liege außerdem direkt neben einer Bushaltestelle.

Über die Möglichkeit für Familien, ihre Kinder zukünftig auch in Winden betreuen zu lassen, zeigte sich das Gremium erfreut. „Eltern müssen ihre Kinder nicht nach Haag fahren“, betonte Christa Moser (Grüne) und auch Bernd Schneider (CSU) sieht die Zuschüsse als „gut investiertes Geld von Seiten der Gemeinde.“

 

Für die Finanzierung erläuterte Kämmerer Christian Prieller zwei Möglichkeiten: Bei der üblich angewandten Förderung über das Jugendamt bekommen die Tagespflegekräfte diese über das Jugendamt ausbezahlt und die Kommune müsse sie erstatten. Eine neue Methode drehe dieses Fördersystem um: Dabei fließt das Geld direkt von der Gemeinde an die Großtagespflege und der Freistaat beteiligt sich in gleicher Höhe. „Finanziell macht es keinen Unterschied“, so Prieller, außerdem habe diese Methode Vorteile für die Einrichtung. Egon Barlag (FWG) wies aber darauf hin, dass aufgrund der aktuellen Lage ein Steuerrückgang zu erwarten sei. Deshalb setze er auf die bewährte Methode, bei der das Jugendamt erster Ansprechpartner ist. Auch Siegfried Maier (SPD) fragte nach einer „Rückfallebene“, sollte die Großtagespflege eingestellt werden. Darüber, ob und wie der Investitionskostenzuschuss in einem solchen Fall zurückbezahlt werden muss, werde laut der Bürgermeisterin noch genauer geklärt. Außerdem wolle man sich „nach einem Jahr zusammensetzen und sehen, wie das Angebot läuft“, so die Rathauschefin.

 

Grundsätzlich sprach der Verwaltungs- und Kulturausschuss einstimmig seine Empfehlung aus, die Einrichtung mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 17.000 Euro und einem weiteren Zuschuss bei positiver Entwicklung zu genehmigen. Der monatliche Betriebskostenzuschuss in Höhe von 1.000 Euro ging genauso wie die Förderung anhand des neuen Fördersystems direkt von der Gemeinde an die Großtagespflege mit nur einer Gegenstimme durch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren