Franzi „rettet” Platz zwei nervenstark

Staffel in Antholz: „Nähmaschine" beim Stehendanschlag mit Kniebeugen und einem Nachlader gemeistert

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Die deutschen Biathlon-Frauen sind in der Staffel aktuell ein Garant für das Podest. Nach dem Sieg von Oberhof schaffte es das deutsche Quartett am heutigen Sonntagmittag diesmal auf Platz zwei: Franzi Preuß aus Albaching riss die Arme zum Himmel, als sie über die Ziellinie fuhr als erneute Schlussläuferin – und sie strahlte. Platz zwei hatte sie für das Team ‘gerettet’, denn beim letzten Stehendanschlag hatte die 26-Jährige plötzlich extrem muskuläre Probleme in den Beinen. Franzi behielt aber die Nerven, kam mit einem einzigen Nachlader davon und rettete vor der gefürchteten Französin Julia Simon für Deutschland den zweiten Platz im Team Hinz, Hettich, Herrmann und Preuß …

Als Schlussläuferin von Team Deutschland war die Albachingerin gemeinsam mit der Russin Uliana Kaischewa zum Liegendanschlag gekommen. Beide räumten alles ab, während Frankreich nachladen musste. Franzi schoss schnell und absolut zielgenau.

Dann ging es in die Runden mit einem Zweikampf zwischen Russland und Deutschland.

Bis zum Stehendanschlag …

Die Russin ging als Erste wieder in die Spur zurück für die Schlussrunde, denn Franzi hatte massive muskuläre Probleme, schon als sie die Matte betreten hatte – die gefürchtete „Nähmaschine”, wie ein plötzliches, starkes Zittern der Bein-Muskulatur genannt wird in der Biathlon-Sprache. Sie musste sich Zeit lassen, machte Kniebeugen vor dem Abdrücken. Dass sie in dem Moment dann nur bei fünf Schüssen einen einzigen Nachlader brauchte, war besonders. Geradezu sensationell hat die Franzi das gemeistert, lobte im ZDF Experte Sven Fischer, Ex-Biathlon-Olympiasieger und -Weltmeister. Da müsse man schon sagen, dass nicht Platz eins verloren wurde, sondern Platz zwei wurde heute gewonnen.

Wenn man die Nähmaschine bekommt, ist damit gemeint, dass man so in den Beinen und manchmal auch am ganzen Körper zu zittern beginnt, dass eine kontrollierte Schusslage nur mehr schwer möglich ist. Die Sicherheit kann völlig weg sein – häufig gibt es mehr Fehler als bei einem normalen Schießen. Der Körper bewegt sich hin und her wie eine Nähmaschine und so ist der Begriff auch entstanden.

Zum Ablauf der Staffel am heutigen Sonntagmittag:

Startläuferin Vanessa Hinz ging wie schon bei ihren jüngsten Staffeleinsätzen zuverlässig und routiniert ins Rennen. Die Schlierseerin hielt sich beim hektischen Beginn des Wettkampfes aus den Stürzen im hinteren Feld heraus. Beim Liegendanschlag kam sie mit einem Nachlader durch. Stehend räumte sie alles ab und übergab als Zweite auf Janina Hettich.

Stark auch sie als zweite Läuferin im DSV-Quartett. Die am Schießstand zuverlässige Schönwalderin räumte liegend alles ab und kam stehend mit einem Nachlader durch. Nach ihrem zweiten Schießen ging sie als Führende wieder auf die Strecke zurück, konnte die Position behaupten und übergab als Spitzenreiterin auf Denise Herrmann.

Die so Laufstarke konnte nach dem Wechsel schnell eine Lücke reißen und blieb nach  einem Nachlader im Liegendanschlag in Führung. Stehend musste die in Ruhpolding lebende Sächsin dann noch zweimal nachladen. Aber auch die Konkurrenz mit der Russin Swetlana Mironowa und der Belarussin Elena Kruchinkina kamen nicht fehlerfrei durch. Mironowa ging zwar als Erste zurück auf die Strecke, Herrmann überholte die Russin aber und übergab in Spitzenposition auf Franzi – und dann siehe oben.

Foto: NordicFocus

 

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