Lern-Apps geben direkt Feedback

Schulverband Rechtmehring-Maitenbeth setzt auf elternfinanzierte Tablets

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Die Grundschüler in Rechtmehring gestalten ihren Unterricht nicht nur mit Stift und Papier, sondern auch mit neuen Medien wie an Whiteboards oder Tablets. Um den Kindern zu ermöglichen, auch Zuhause in den aus der Schule bekannten Apps zu üben, will der Schulverband Rechtmehring-Maitenbeth zum neuen Schuljahr elternfinanzierte Tablets einführen.

Schon ab der ersten Klasse lassen sich die iPads sinnvoll in den Unterricht integrieren, wie Lehrerin und Systembetreuerin Christina Gänsler dem Schulverband und anwesenden Kollegen vorstellte. Damit sollen die Kinder auf die mediale Lebenswirklichkeit vorbereitet werden, mit der sie auch außerhalb der Schule täglich in Berührung kommen. Mit dem Einsatz der Tablets ab der ersten Klasse gehe es darum, „gesund mit dem Medienkonsum umzugehen.“ Nicht nur in Zeiten von Distanz- und Videounterricht ist der Einsatz der neuen Medien wichtig. „Die weiterführenden Schulen erwarten, dass sie das können“, betonte Gänsler, so sollen die Kinder Referate gestalten, selbst recherchieren. Und das wird mit den Geräten direkt ab der Einschulung beigebracht.

 

In unterschiedlichen Lern-Apps können die Schüler selbstständig und in ihrer eigenen Geschwindigkeit üben, bekommen direktes Feedback und können ihren Fortschritt nachvollziehen. Das beginnt beim richtigen Ansatz, um Buchstaben nachzumalen bis zu Lernwörterdiktaten, Lesetraining oder spielerischen Rechenaufgaben. Bei elternfinanzierten Geräten haben die Schüler diese zuhause zur Verfügung, um in den Lern-Apps weiter zu üben. „Jeder Schüler hat ein aktuelles Gerät und nicht ein veraltetes aus der Schule“, erklärte Gänsler. Dass iPads und keine Android-Tablets eingesetzt werden liegt laut Gänsler an den bestimmten Lern-Apps und dem sensiblen Apple Pencil: „Damit kann man schreiben wie auf Papier.“

 

Monatlich müssen die Eltern mit Kosten zwischen 15 und 18 Euro rechnen – je nachdem für welchen Gerätetyp sie sich entscheiden. Zusätzlich zum iPad kommt eine Hülle und eine Versicherung auf drei Jahre, nach 36 Monaten hat sich das Tablet refinanziert und kann anschließend weiter genutzt werden. „Für einkommensschwache Familien bietet die Schule auch Leihgeräte an“, erklärte Markus Bauer und auch bei Geschwisterkindern, die schnell hintereinander in die Grundschule kommen, kann ein Leihgerät zur Verfügung gestellt werden.

 

Die Schulanfänger haben bereits im Dezember per Brief von den elternfinanzierten Tablets erfahren und laut Schulleiterin Silvia Kölsch kamen fast ausschließlich positive Rückmeldungen der Eltern. Nur zwei äußerten sich kritisch, „mit diesen Familien stehen wir in Kontakt.“ Auch der Schulverband steht dem Thema positiv gegenüber. „In der Schule lernen die Kinder einen vernünftigen Umgang“, fand Maitenbeths Bürgermeister Thomas Stark und Susanne Spaett erzählte von eigenen Erfahrungen und stellte klar: „Gerade die Kinder, die Schwächen haben, tun sich leichter“, weil die Apps nicht nur anspornen, sondern auch ein direktes Feedback geben. Auch die Schulleiterin berichtete davon, dass die Kinder durch die neuen Medien motivierter seien. „Wenn die Rechenaufgabe richtig gelöst ist, erscheint direkt ein Feuerwerk auf dem Display.“

 

„Digitale Medien gehören in unsere Welt, warum nicht auch zum Schulalltag?“, fragte Gänsler zum Abschluss und betonte, dass auf Stifte, Papier, echte Bücher und das Miteinander in der Schulfamilie weiterhin eine zentrale Rolle spielen und darauf nicht verzichtet werde. Der Schulverband war sich in seinem gefassten Beschluss einig, den Weg der elternfinanzierten Tablets gehen zu wollen. Um die Eltern genauer zum Thema zu informieren, wird es einen Online-Elternabend geben, in dem alle Fragen beantwortet werden. Zusätzliche Informationen gibt es auf der Schulhomepage „und es wird noch ein entsprechender Flyer herausgegeben”, so Schulleiterin Kölsch.

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