Bunt, begrünt und barrierefrei

Freianlagenplanung der Schwimm- und Sporthalle ist Thema bei der Schulverbandsversammlung Haag

Die Generalisierung der Schwimm- und Sporthalle schreitet voran und so auch die Entwürfe für die Freianlagen. In der jüngsten Schulverbandsversammlung stellte Landschaftsarchitekt Markus Türk dem Gremium die aktuellen Pläne zur Gestaltung des Außenbereichs rund um die Halle vor. Dabei ging es auch um konkrete Vorschläge zur Barrierefreiheit.

Das Gelände ist in drei Flächen aufgeteilt: der neue Eingangsbereich, der unmittelbar mit der Sanierung der Halle zusammenhängt, der sanierungsbedürftige Schulvorplatz und der Busparkplatz. Die ersten Entwürfe zu den unterschiedlichen Losen hatte Türk in einer vorangegangenen Sitzung bereits vorgestellt (wir berichteten), nun ging es um die konkretere Planung.

 

Die Pflegezufahrt für die Badetechnik soll mit einem Schotterrasen ausgestattet werden. Weil sie selten befahren wird, geht Türk davon aus, „dass sie schön grün wird.“ Die große Grünfläche neben der Halle wird als ebene Wiese angelegt, der Platz zwischen Gehweg und Schwimmhalle dagegen soll terrassiert werden. Durch die bodentiefen Fenster falle so der Blick „aus dem Schwimmbecken raus auf die ansteigende Böschung“, so der Landschaftsarchitekt. Weil das Hallenbad hauptsächlich im Herbst und Winter geöffnet hat, sollen dort Hochgräser gepflanzt werden, die den Winter überstehen. Egon Barlag schlug außerdem vor, dort anzupflanzen, „was für den Naturkundeunterricht gebraucht werden kann.“

Auch die in der vergangenen Sitzung angesprochene Effektbeleuchtung sei eingeplant. Hier gebe es laut Bürgermeisterin Sissi Schätz eine Anfrage der Grünen-Fraktion, ob diese Beleuchtung insektenfreundlich sei, was Türk in seinen weiteren Ausführungen bejahte. Er befürchte „keine negativen Auswirkungen auf die Insektenwelt“, schlug aber vor, die im Boden eingebauten Strahler vorab auszuprobieren. Anschließend könne das Gremium entscheiden, ob die Effektbeleuchtung gewünscht sei. „Sie lässt sich auch nachrüsten“, Türk weiter.

Der barrierefreie Zugang zur Halle soll nicht nur durch ebene Flächen und Rampen zwischen Gehweg und Parkplatz sowie zur Eingangstür erreicht werden. Auch für Sehbehinderte sollen entsprechende Maßnahmen getroffen werden. So sei ein Blindenleitsystem durch Signalstreifen bei den Stufen, Handläufe an den Rampen und Blindenrillen geplant.

 

Auf mehr Grün setzt der Landschaftsarchitekt auch im Schulhof. So soll es beim ehemaligen Haupteingang zur Grundschule abgetreppte Grünflächen geben und mehrere Bäume die Raumwirkung des Hofes verstärken, „dass er von allen Seiten umgeben ist“. Ein rechteckiges Entwässerungsband hebe die Hofmitte hervor, an der Türk das momentan am Rand stehende Kunstwerk anbringen würde. Gegenüber soll ein Hofbaum mit Sitzgelegenheiten stehen.

Außerdem schlug er vor, die bunt gestaltete Schule „auch nach außen zu tragen“. Das sei mit farbigen Pflastersteinen zu erreichen, die die Farben der Fassade widerspiegeln: Türkis wie die Schwimmhalle, Apricot wie die Grundschule und Gelb wie die Mittelschule. Über diesen Vorschlag wolle der Schulverband abstimmen, nachdem eine Ausschreibung über entsprechende Pflastersteine erfolgt ist und die Mehrkosten ermittelt werden können.

Für Rosmarie Heimann war noch wichtig, die Treppe beim ehemaligen Grundschuleingang im Vergleich zum Plan zu verbreitern. Aktuell sei sie im Entwurf so breit wie die zweiflüglige Tür. „Die Treppe ist eine Bewegungsstätte“, so Heimann – die Eltern warten dort, Schüler strömen nach dem Schulschluss raus. Mit einer breiteren Treppe ließe sich das entzerren. Dem Vorschlag stimmte der Schulverband einstimmig zu.

 

Zuletzt ging es im Entwurf von Landschaftsarchitekt Türk um die Bushaltestelle. Die Busspur von vier Metern mit relativ schmalem Gehweg soll auf die erforderliche Breite von drei Meter reduziert werden. Damit gewinne man einen Meter für den Gehsteig. Außerdem sei ein barrierefreies Hochboard geplant und auch Felder an den jeweiligen Buseinstiegen für Sehbehinderte. Das bisherige Bushäuschen soll entfernt werden, stattdessen werden zwei unauffällige Unterstandsmöglichkeiten aus Glas angebracht, „die das Sichtfenster zur Schwimmhalle betonen“, erklärte Türk.

 

Die Kosten ließen sich inzwischen gut ermitteln, wie Türk erklärt handle es sich um „keine grobe Schätzung, sondern ist schon sehr genau durchgerechnet.“ Insgesamt lasse sich mit Kosten von knapp über einer Million Euro brutto rechnen, wobei der Bereich um die Schwimmhalle und der Schulhof etwa auf gleicher Höhe liegen mit rund 300.000 Euro für die Fläche um die Halle und 320.000 Euro für den Vorplatz. Die Bushaltestelle dagegen ist mit rund 390.000 Euro angesetzt.

Der Schulverband billigt die vorgestellte Planung einstimmig, zusätzlich werden die gefassten Beschlüsse zu den bunten Pflastersteinen und der verbreiterten Treppe zur Grundschule berücksichtigt. Im nächsten Schritt erfolgen die Ausschreibungen der Arbeiten.

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