Gegen die beschlossene Streichung der Faschingsferien (wir berichteten) und für eine Verschiebung Selbiger – dazu hat sich jetzt die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände ausgesprochen. Zuvor stieg die Zahl der Unterschriften mehrerer Petitionen gegen die Ferien-Absage auf 75.000 …


… wie der Bayerische Rundfunk meldet.

Angesichts eines drohenden Mega-Lockdowns werde die Entscheidung, die Winterferien zu streichen, für die Vertreter aller Schularten immer fragwürdiger, teilten Realschullehrerverband, Philologenverband und Katholische Erziehergemeinschaft am gestrigen Freitag gemeinsam mit. Eine rechtliche Prüfung werde nicht ausgeschlossen.

Statt einer Streichung solle eine Verschiebung etwa an das Ende des derzeitigen Distanzunterrichts geprüft werden.

Sollte der Distanzunterricht noch länger dauern, sei eine Pause Mitte Februar umso wichtiger, betonten die Lehrervertreter.

Der Bayerische Landtag habe die Winterferien 2002 eingeführt mit der Begründung, dass sich in der längsten Unterrichtsphase durch die Ferien eine kleine, aber pädagogisch sinnvolle Erholungspause ergeben solle, die den Schülern die Gelegenheit gebe, neue Kraft zu schöpfen und Lücken zu schließen. Und jetzt streiche die Politik diese Ferien mitten in der Pandemie, in dieser besonders anstrengenden und kräftezehrenden Zeit, hieß es gestern.

Ursprünglich sollten vom 15. bis 19. Februar in Bayern Schulferien sein. Das bayerische Kultusministerium will nun in der Zeit die Beeinträchtigungen des Unterrichts durch die Corona-Pandemie ausgleichen. Im Idealfall, so der derzeitige Plan der bayerischen Staatsregierung, soll dann in der eigentlichen Ferienwoche Präsenzunterricht an den Schulen stattfinden.

Eine Woche zusätzlicher Unterricht – egal, ob in Distanz oder in Präsenz – könne nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass auch dieses Schuljahr kein normales Schuljahr sei und noch werde, teilte derweil die GEW (Gewerkschaft Erziehung/Wissenschaft) mit. Anstatt Ferien zu streichen, sollten Prüfungen und Übertritt angepasst werden, sagt diese.

Genau aber dagegen hatte sich zu Wochenbeginn die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz – Britta Ernst  – ausgesprochen. Sie wolle Abiturienten trotz der Pandemie einen vollwertigen Schulabschluss ermöglichen. Ein Notabitur hätte fatale Folgen …

Quelle BR