Seit der Eröffnung der neuen Abschnitte der A94 leiden viele Anwohner unter dem Straßenlärm, der insbesondere von Lkw  ausgeht. Heute hat die Staatsregierung im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags über im Herbst erfolgte Lärmmessungen berichtet und mögliche freiwillige Lärmschutzmaßnahmen aufgezeigt. „Die Messungen haben ergeben, dass die gesetzlichen Mindeststandards nur um Haaresbreite eingehalten werden – obwohl pandemiebedingt nur 80 Prozent des Lkw-Verkehrs unterwegs ist“, heißt es in einer Presseerklärung der Mühldorfer Grünen.

Landtagsabgeordneter Dr. Markus Büchler, Sprecher für Mobilität der Grünen im Bayerischen Landtag, sagt dazu: „Ich bin schockiert, dass wir schon mit 80 Prozent Auslastung bei LKW und 60 Prozent Auslastung bei PKW an drei von fünf Messstellen die Lärmgrenzwerte fast überschreiten. Offenbar ist die Autobahn schlecht geplant beziehungsweise gebaut worden. Die gesetzlichen Mindestmaßnahmen zum Lärmschutz reichen offenbar nicht zum Schutz der Anwohner.“

Büchler weiter: „Ich fordere von der Staatsregierung die Umsetzung freiwilliger, sogenannter ‚überobligatorischer‘ Maßnahmen ein. Folgende drei Maßnahmen sind sinnvoll und notwendig: die Kapselung der Brücken-Wartungsgänge, die Erhöhung der Lärmschutzwände auf den Brücken und lärmmindernder Belag auf Waschbetonstrecken. Sie sind mit 40 Millionen Euro auch finanziell leistbar. Das muss der Staatsregierung die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner wert sein.“

Schließlich sei es die CSU, die der Bevölkerung die ungeliebte und jahrzehntelang umstrittene Isental-Autobahn aufgezwungen habe. Die Gesprächsrunden, die das Verkehrsministerium nun führen wolle, müsse zügig und erfolgsorientiert erfolgen.

Der Abgeordnete weiter: „Die Gefahr, dass der schwarze Peter jetzt der neuen, seit Januar zuständigen Autobahn GmbH des Bundes zugeschoben wird und dort in der Schublade verschwindet, ist groß. Wir Grünen im Bayerischen Landtag werden weiter auf eine effektive Geschwindigkeitsüberwachung auf der A94 und neuerliche Messungen nach Ende der Pandemie bei voller Verkehrslast drängen.“